VW-Sex-Affäre

Keine Haft, nur Geldstrafe für Peter Hartz

Ausland
25.01.2007 20:04
576.000 Euro Geldstrafe sowie zwei Jahre bedingte Haft - die Strafe, mit der Ex-VW-Personalchef und Ex-Schröder-Berater Peter Hartz davongekommen ist, ist mehr als ein Geschenk. Schließlich hat er den VW-Betriebsrat über Jahre mit Millionen-Geschenken geschmiert.
Und der damalige Betriebsratsvorsitzende von VW, Klaus Volkert, fand gar nichts dabei, sich von Vorstand Peter Hartz mit wilden Sex-Partys und Luxusreisen auf Konzernkosten sowie inoffiziellen "Sonderzahlungen" in einer Gesamthöhe von rund zwei Millionen Euro verwöhnen zu lassen. Im Gegenzug zeigte er sich gefügig, wenn es um die Sanierung des damals angeschlagenen Autoherstellers ging.


Einsparungen in Milliardenhöhe, extrem flexible Arbeitszeiten, ein neues Tarifmodell - alles konnte Peter Hartz sich von "seinem" Betriebsrat absegnen lassen. Hauptsache, für Klaus Volkert stimmte die Kasse.


Was wusste der Konzern-Chef?
Bis heute ist ungeklärt, wie weit der damalige Konzern-Chef Ferdinand Piech eingeweiht war. Das Ergebnis von Hartzs Verhandlungen mit dem Betriebsrat konnte ihm in jedem Fall recht sein. Ein bitteres Sittenbild, bei dem es auch an pikantesten Details aus der Rotlich-Szene nicht mangelt.


Doch all das kam jetzt in Braunschweig beim Strafprozess gegen Peter Hartz, der auch Erfinder und Namensgeber des umstrittenen Systems der deutschen Arbeitslosenunterstützung ist, nicht zur Sprache. Denn Hartz hatte sich in Bausch und Bogen schuldig bekannt und dann der Aussage entschlagen. So erspart er sich das Gefängnis. Und die Geldstrafe kann er bei zwei Millionen Vermögen und 20.000 Monatsgage verschmerzen. Volkert wird wohl nicht so billig davonkommen.
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