Fr, 26. April 2019
14.12.2017 06:29

Filmmogul in Rage

Hayek: "Weinstein sagte: 'Ich werde dich töten'"

"Harvey Weinstein war auch mein Monster" - das ist der Titel eines Textes, den am Mittwoch die "New York Times" veröffentlicht hat. Verfasst wurden die ausführlichen Zeilen von Schauspielerin Salma Hayek, die darin detailliert beschreibt, welche sexuellen "Gefälligkeiten" der 65-jährige Hollywood-Mogul von ihr verlangt habe. Als sie beharrlich geblieben sei, habe er ihr sogar gedroht, sie umzubringen.

"Ich werde dich töten, glaub nicht, dass ich das nicht kann", habe Weinstein ihr einmal an den Kopf geworfen, als seine verbalen Verführungskünste zum wiederholten Male nichts ausrichten hätten können. Der 65-Jährige habe Hayek in den 90ern zu Dutzenden sexuellen Handlungen zwingen wollen und auf ihre Ablehnung mit Wut, Schikane und der Androhung von Gewalt reagiert.

Warum es bei Drohungen geblieben war? "Vielleicht wegen meiner Freundschaft zu Robert Rodriguez, Quentin Tarantino und George Clooney", die Hayek damals unter ihre Fittiche genommen hatten. "Das hat mich vermutlich davor bewahrt, auch von ihm vergewaltigt zu werden", so Hayek in ihrem Text.

Wollte mit ihr duschen oder sie massieren
Wie auch von vielen anderen Schauspielerinnen habe er aber auch von ihr Dinge haben wollen: dass sie mit ihm zu duscht oder ihn beim Duschen zusehen lässt, dass er sie massieren darf, dass sie zulässt, dass ein nackter Freund von ihm sie massiert, dass er Oralsex an ihr vornimmt, dass sie sich vor einer anderen Frau auszieht. Er sei mehrmals unangekündigt zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten vor ihren Hotelzimmern aufgetaucht und habe reingelassen werden wollen - einmal auch bei Dreharbeiten, mit denen er oder seine Firma nichts zu tun gehabt hätten.

Sie habe stets Nein gesagt - und dafür Weinsteins ganze Wut zu spüren bekommen. Nächtliche Anrufe mit absurden Forderungen - wie ihren Agenten zu feuern, weil der ihm bei einem anderen Deal in die Quere gekommen sei -, Bestrafungen - wie ihr ihren eigenen Film "Frida Kahlo", an dem sie seit Jahren recherchiert und gearbeitet hatte, wegzunehmen - und auch Drohungen seien die Folge gewesen. "In seinen Augen war ich keine Künstlerin. Ich war nicht mal ein Mensch. Ich war ein Ding: kein Nobody, nur ein Body."

"Er hat mir gesagt, er sei jetzt ein anderer Mann"
Sie habe ihm aber niemals gezeigt, wie verängstigt sie von seinem Verhalten gewesen sei, wie sehr es sie verletzt habe. Jahre später habe sie ihn zufällig bei einer Veranstaltung getroffen. Er habe sie zur Seite genommen und ihr gesagt, dass er zu rauchen aufgehört und einen Herzinfarkt gehabt habe. Er habe auch gesagt, dass er sich verliebt und Georgina Chapman geheiratet habe und nun ein anderer Mann sei. "Ich habe ihm geglaubt", schreibt Hayek.

Dutzende Frauen werfen Weinstein sexuelle Übergriffe vor
Hayek hatte jahrelang geschwiegen. Erst jetzt, nachdem zahlreiche andere Frauen - darunter berühmte Hollywood-Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow und Ashley Judd - Weinstein öffentlich sexuelle Übergriffe bis hin zu Vergewaltigung vorwerfen, habe sie den Mut bekommen, auch ihre Erlebnisse detailliert öffentlich zu machen.

Der Fall löste in den USA und in anderen Ländern eine breite Debatte über sexuelle Belästigung aus, fast täglich melden sich Opfer zu Wort. Zahlreiche Prominente aus Politik und Showbusiness stolperten über Belästigungs- und Missbrauchsvorwürfe. Weinstein ist inzwischen von seiner Firma entlassen worden. Er hat Fehlverhalten zugegeben, weist Vergewaltigungsvorwürfe jedoch zurück.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler

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