Do, 25. April 2019
02.12.2017 20:02

Doppelspitze gewählt

AfD rückt auf Parteitag weiter nach rechts

In einem turbulenten Macht- und Richtungskampf hat die AfD auf ihrem Parteitag am Samstag den Europaabgeordneten Jörg Meuthen und Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland an die Parteispitze gewählt - und ist damit weiter nach rechts gerückt. Gegen den Parteitag in Hannover hatte sich massiver Widerstand formiert. Rund 6500 AfD-Gegner zogen nach Polizeiangaben am Nachmittag vom Tagungsort, dem Kongresszentrum, in Richtung Stadtzentrum. Zuvor waren bei Zusammenstößen mehrere Polizisten und Demonstranten verletzt worden, auch ein Wasserwerfer kam zum Einsatz.

Vor Beginn des Parteitags war es Samstagfrüh zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Gegendemonstranten gekommen. Sie versuchten, den Weg der Delegierten in die Halle zu blockieren, die Veranstaltung der rechtspopulistischen Partei begann mit zweistündiger Verspätung. Im Mittelpunkt des zweitägigen Kongresses stand die Wahl einer neuen Doppelspitze für die Partei.

Der Parteitag ist der erste seit dem Einzug der AfD in den deutschen Bundestag. Das Kongresszentrum, wo sich die rund 600 Delegierten versammelten, wurde durch ein großes Polizeiaufgebot abgesichert.

Mehrere Polizisten und mindestens ein Demonstrant wurden verletzt. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk sagte, er sei von Demonstranten an der Hand verletzt worden. Zehn Demonstranten wurden nach Polizeiangaben bis zu Mittag in Gewahrsam genommen. Rund 6000 AfD-Gegner zogen nach Polizeiangaben dann am Nachmittag vom Tagungsort in Richtung Stadtzentrum.

Nach Machtkampf: Meuthen und Gauland führen AfD
Mit Spannung erwartet wurde die Neuwahl der AfD-Führung. Seit dem Rückzug von Frauke Petry nach der Bundestagswahl führt Jörg Meuthen die Partei alleine. Seine Wiederwahl galt als gesichert. Meuthen wurde am Samstag ohne Gegenkandidaten mit rund 72 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland war dann am Abend in einem turbulenten Macht- und Richtungskampf im dritten Wahlgang als einziger Kandidat für den Co-Vorsitz angetreten. Er erhielt 68 Prozent der Stimmen.

Zum Auftakt hatte Parteichef Meuthen die Delegierten zu einer "patriotischen Politik für Deutschland" aufgerufen. "Wir sind die Einzigen in diesem Land, die das tun."

Meuthen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor dem Parteitag "politisches Zentralversagen" vorgeworfen. Nach dem Einzug der AfD in den Bundestag als drittstärkste Kraft gehe es der Partei jetzt "nicht um die Futtertöpfe, sondern um unser Land". Die Neuwahl des Vorstandes solle "ohne Kampfgeschrei" ablaufen, mahnte Meuthen die Delegierten.

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