Fr, 22. Juni 2018

Angst in der Karibik

20.09.2017 14:03

Hurrikan "Maria" fordert erste Tote

Hurrikan "Maria" hat die US-Karibikinsel Puerto Rico erreicht. Satellitenbilder und Daten von Wetterstationen zeigten, dass das Auge des Hurrikans gegen 6.15 Uhr Ortszeit (12.15 Uhr MESZ) nahe der Stadt Yabucoa auf Land getroffen ist. Der Hafen der Stadt meldete Windgeschwindigkeiten von 96 km/h mit Böen von bis zu 182 km/h. "Maria" hatte zuvor auf der Karibikinsel Dominica schwere Verwüstungen angerichtet und im französischen Überseegebiet Guadeloupe mindestens zwei Menschen das Leben gekostet.

Der Hurrikan hatte sich auf dem Weg nach Puerto Rico leicht abgeschwächt und war Mittwochfrüh (Ortszeit) von Kategorie fünf auf die zweithöchste Kategorie vier zurückgestuft worden. Tausende Menschen hatten sich bereits in Sicherheit gebracht. Zuletzt wurde Puerto Rico im Jahr 1928 von einem Hurrikan der Kategorie fünf heimgesucht.

"Es ist Zeit, nach einem sicheren Platz zu suchen"
Auf den Amerikanischen Jungferninseln und Puerto Rico, die beide zum Territorium der USA gehören, appellierten die Behörden an die Bewohner, sich auf den Sturm vorzubereiten. "Wir haben in unserer jüngsten Geschichte nichts von vergleichbarer Größenordnung erlebt", warnte Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rossello. Er forderte die Menschen auf, sich in Schutzräumen in Sicherheit zu bringen: "Es ist Zeit, zu handeln und nach einem sicheren Platz zu suchen." Die Regierung habe 500 Schutzräume eingerichtet.

"Das Einzige, worauf es ankommt, ist die Sicherheit Ihrer Familie"
Auch der Gouverneur der Amerikanischen Jungferninseln, Kenneth Map, warnte seine Bürger: "Sie werden Ihr Leben verlieren, wenn Sie Zeit damit verschwenden, darüber nachzudenken, wie Sie ein paar Dollar sparen können oder etwas vor dem Kaputtgehen, Verbrennen oder Auseinanderfallen bewahren können", sagte er. "Das Einzige, worauf es ankommt, ist die Sicherheit Ihrer Familie. Vergessen Sie den ganzen Rest."

Besondere Sorgen bereitete den Behörden in der Region, dass der neue Hurrikan die Trümmer, die "Irma" vor zwei Wochen hinterlassen hatte, aufwirbeln und in tödliche Geschosse verwandeln könnte. "Unsere Inseln sind derzeit extrem verletzbar", sagte der Premierminister der Britischen Jungferninseln, Orlando Smith. Er rief eine Ausgangssperre aus.

Auf der zu Frankreich gehörenden Insel Guadeloupe, über die "Maria" in der Nacht hinwegzog, sind zwei Tote zu beklagen. Zwei Bewohner galten nach einem Schiffsunglück als vermisst. Die Windböen rissen die Dächer von einigen Häusern. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen, wie die Verwaltung via Twitter mitteilte. Etwa 80.000 Haushalte waren ohne Strom und die Küstengebiete im Süden überschwemmt.

"Wir haben alles verloren"
Zuvor hatte "Maria" schwere Zerstörungen auf der Karibikinsel Dominica angerichtet. "Wir haben alles verloren, was man mit Geld kaufen und ersetzen kann", schrieb Dominicas Premierminister Roosevelt Skerrit am Dienstag auf Facebook und sprach von "großflächiger Zerstörung". Er fürchte, dass Menschen bei Erdrutschen getötet oder ernsthaft verletzt worden seien.

Menschen nach "Irma" noch unter Schock
Erst kürzlich war Hurrikan "Irma" durch die Karibik gezogen und hatte unter anderem auf Barbuda sowie im US-Bundesstaat Florida erhebliche Verwüstungen angerichtet. Mehrere Menschen kamen ums Leben. In vielen Gebieten dauern die Aufräumarbeiten noch an, während sich die Menschen nun für den nächsten Sturm wappnen müssen.

 krone.at
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