Mi, 22. August 2018

Vergewaltigungen

28.08.2017 20:43

Indischer Star-Guru muss für 20 Jahre in Haft!

Der wegen Vergewaltigung zweier Anhängerinnen verurteilte indische Guru Gurmeet Ram Rahim Singh muss für 20 Jahre hinter Gitter. Diese Strafe verkündete ein Richter am Montag in einem Gefängnis im nordindischen Rohtak, wie örtliche Medien übereinstimmend berichteten. Der Richter war per Hubschrauber in den Ort nahe der Hauptstadt Neu-Delhi geflogen worden, wo Ram Rahim seit seiner Verurteilung in Haft saß. Damit sollten ähnliche Ausschreitungen wie nach dem Schuldspruch verhindert werden.

Mehr als 100.000 Anhänger des extravaganten 50-jährigen Gurus, der auch als Popstar und Schauspieler bekannt ist, waren zu der Urteilsverkündung am vergangenen Freitag in den Ort Panchkula gekommen und randalierten anschließend. Dabei kamen 32 Menschen ums Leben, sechs weitere starben im rund 250 Kilometer entfernten Sirsa, wo die Sekte von Ram Rahim beheimatet ist.

Mehr als 250 Menschen wurden verletzt. Die meisten Opfer wurden durch Polizeischüsse getötet. Mehr als 900 Mitglieder der "Dera Sacha Sauda" (etwa: Sekte des wahren Geschäfts) wurden festgenommen.

Am Montag waren die Vorkehrungen entsprechend streng - insgesamt rund 30.000 Sicherheitskräfte waren in verschiedenen Orten des Bundesstaats Haryana im Einsatz. In Sirsa, wo eine Ausgangssperre galt, wurden Medienberichten zufolge zwei Autos angezündet. Darüber hinaus wurden zunächst keine Zwischenfälle bekannt. Die Sekte hat nach eigenen Angaben 60 Millionen Mitglieder.

Guru mit politischem Einfluss und sozialer Ader
Ram Rahim gilt auch als Person mit großem polititschen Einfluss. Vor Wahlen gibt er seinen treuen Anhängern immer wieder "Tipps", wem sie ihre Stimme geben sollten. Diesen Aufrufen folgen auch die meisten. Der Regierungschef von Haryana, Manohar Lal Khattar von der BJP, stand schon mit ihm auf einer Bühne. Als ein Gericht am Samstag die Beschlagnahmung des Vermögens der Sekte anordnet, rügte es auch Khattar dafür, dass er die Ausschreitungen wegen seiner Verbindungen zu der Sekte nicht verhindert habe: "Sie haben aus politischem Kalkül eine Stadt brennen lassen."

Ram Rahim ist auch deshalb beliebt, weil er sich sozial engagiert. Seine Anhänger säubern Straßen, pflanzen Bäume, spenden Blut, leisten Katastrophenhilfe und "helfen" Witwen und Prostituierten, indem sie diese heiraten.

Folgt nun auch Prozess wegen Journalistenmord?
Die Vergewaltigungen, für die Ram Rahim nun hinter Gitter muss, kamen schon 2002 dank eines anonymen Briefes ans Licht. Im selben Jahr wurde ein Journalist ermordet, der über die Sekte geschrieben hatte. Auch dafür muss sich der Guru noch vor Gericht verantworten. Ihm wird auch vorgeworfen, Hunderte Anhänger zur Kastration gezwungen zu haben.

 krone.at
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