Mi, 17. Oktober 2018

"Austrian Cloud"

06.07.2017 11:40

Heimische IT-Firmen planen Cloud-Gütesiegel

Österreichische Cloud-Anbieter sollen künftig mit dem Zertifikat "Austrian Cloud" gekennzeichnet werden. Das sagte Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte Information und Consulting, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz der Wiener Wirtschaftskammer. "Die Cyber-Angriffe der letzten Wochen haben uns gezeigt, wie wichtig heimische Datensicherung ist."

Mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der Wiener Unternehmer wissen nicht, wo ihr Dienstleister ihre Daten speichert. Das ergab eine Umfrage der Wirtschaftskammer unter 240 Wiener Unternehmen. "Hier haben wir Aufholbedarf", sagte Heimhilcher. "Die Unternehmer wissen meist nicht, dass internationale Cloud-Anbieter ihre Daten im Ausland, oft außerhalb der EU speichern." 87 Prozent der Befragten sei es jedoch ein Anliegen, zu wissen, wo die Daten gespeichert sind.

"Was wir brauchen, sind Qualitätsstandards", forderte Martin Puaschitz, Obmann der Wiener Fachgruppe "Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT), mit Blick auf die Politik. "Denken Sie an Ärzte, die persönliche Patientendaten in irgendeine Cloud schieben, ohne zu wissen, ob diese zertifiziert ist." Dabei entscheide der Standort über Rechtssicherheit, mögliche staatliche Eingriffe und Haftungen gegenüber Unternehmen als Cloud-Kunden.

"Austrian Cloud" als neues Gütesiegel
Das Zertifikat "Austrian Cloud" soll Abhilfe schaffen und Qualtiät sichern. Bis Jahresende sollen 100 österreichische Unternehmen dieses Herkunftssiegel erhalten, "ein ambitioniertes Ziel", sagte Heimhilcher dazu. Neben dem Standort Österreich werden Datenschutz, Sicherheit, rechtliche Konformität und technische Infrastruktur beachtet. Cloud-Dienstleiter können auch jetzt schon im Firmen A-Z der Wirtschaftskammer den Vermerk "Data stored/saved in Austria" hinterlegen. 35 Unternehmer haben laut Wirtschaftskammer davon bisher Gebrauch gemacht.

Cloud-Technologie ist einer der am schnellsten wachsenden Sektoren in der IT-Branche. Anstelle IT-Ressourcen wie Server oder Anwendungen in unternehmenseigenen Rechenzentren zu betreiben, sind diese bei Cloud-Anbietern bedarfsorientiert und flexibel in Form eines dienstleistungsbasierten Geschäftsmodells über das Internet oder ein Intranet verfügbar.

 krone.at
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