09.04.2017 13:41 |

Tag nach Einführung

Riesenstaus: Grenzkontrollen wieder ausgesetzt

Nur einen Tag nach ihrer Einführung sind die strengeren Grenzkontrollen im EU-Schengenraum teils wieder ausgesetzt worden. Wegen Riesenstaus und der Furcht der Wirtschaft vor schwerem Schaden wurden die Kontrollen am Samstag in Kroatien, Slowenien und Ungarn gestoppt. Die verschärften Einreisebestimmungen sollten verhindern, dass Menschen einreisen, die die öffentliche Ordnung bedrohen.

Hunderte Autos und Busse steckten bereits am Freitagabend an der Grenze zwischen Kroatien und Slowenien fest. Die Polizei kontrolliere seit Freitagabend keine EU-Bürger mehr, sondern nur noch Angehörige von Drittstaaten, sagte ein slowenischer Polizeisprecher am Samstag dem staatlichen Fernsehen. Aus dem slowenischen Innenministerium hieß es, die verschärften Kontrollen seien "an einigen Grenzübergängen" wieder erleichtert worden.

Nach Absprache mit dem slowenischen Regierungschef Miro Cerar teilte dann am Samstagabend auch das kroatische Innenministerium mit, die neuen Vorschriften seien für unbestimmte Zeit außer Kraft gesetzt. Laut kroatischer Polizei geschah die Maßnahme in Absprache mit der EU-Kommission.

Wartezeiten von bis zu vier Stunden, chaotische Szenen
An den Grenzen zwischen dem jüngsten EU-Mitglied Kroatien und den Schengen-Nachbarländern Slowenien und Ungarn hatten sich kilometerlange Staus gebildet. Wartezeiten von bis zu vier Stunden stellten die Reisenden auf eine harte Probe. Die Lage sei teilweise chaotisch gewesen, berichteten Medien. Slowenien kontrolliert 670 Kilometer der Schengen-Außengrenze zu Kroatien und war eines der Transitländer für Flüchtlinge auf der Balkanroute.

Tourismusbehörden befürchteten massive Einbußen
Viele Italiener, die traditionell über das Wochenende günstigere Zahnärzte in Kroatien aufsuchen wollten, kehrten wieder um. Mediziner in der Hafenstadt Rijeka klagten, sie hätten Umsatzeinbußen von 50 Prozent hinnehmen müssen. Die kroatischen Tourismusbehörden befürchteten massive Einbußen, sollten die Probleme nicht schnell behoben werden. Slowenien werde am Montag Brüssel über die Probleme informieren, kündigte der Staatssekretär im Innenministerium, Bostjan Sefic, an.

Verschärfte Kontrollen für EU-Staaten erst am Freitag beschlossen
Die verschärften Kontrollen für die EU-Mitgliedstaaten waren erst am Freitag in Kraft getreten und sollten als Maßnahme bei der Terrorbekämpfung dienen. Auch EU-Bürger sollten systematisch überprüft werden. Nach EU-Angaben sollte mit den verschärften Kontrollen die Rückkehr von Kämpfern aus Syrien und dem Irak verhindert werden.

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