19.03.2017 16:38 |

In den Weltmeeren

Schatzsucher auf der Jagd nach dem Weltkriegs-Gold

Der Meeresboden als Paradies für Schatzsucher: Gold im Wert von 4,5 Milliarden britischer Pfund (rund 5,1 Milliarden Euro) wurde laut vorsichtigen Schätzungen in den beiden Weltkriegen von deutschen Kriegsschiffen und U-Booten im Atlantik versenkt. Das Edelmetall war auf britischen Schiffen nach Kanada oder in die USA geschickt worden, um für Kriegsmaterial und Waffen zu zahlen. In den nächsten Jahren sollen die Schätze nach und nach geborgen werden.

Marine-Experten aus Großbritannien haben in den vergangenen 25 Jahren penibel Daten über die Goldtransporte über den Atlantischen Ozean gesammelt und dabei mehrere Stellen eingegrenzt, bei denen eine genauere Untersuchung lohnend sein könnte. In den nächsten Jahren soll so das Gold wieder geborgen werden.

Bergungsmethode teuer und unsicher
Probleme bereitet dabei, dass die Bergungsmethoden teuer sind und die Aussicht auf Erfolg äußerst unsicher. Ein Schiff, das mit speziellen Robotern für Tauchgänge ausgestattet ist, kostet im Schnitt 120.000 Euro pro Tag. Dadurch rechnet es sich nur, wenn bei der Expedition auch tatsächlich Gold gefunden wird. In einem ersten Schritt soll nun eine Stelle nahe Irland untersucht werden, an der Experten Edelmetall im Wert von 870 Millionen Euro vermuten.

Keine "Schatzjagd" an sensiblen Stellen
Ausdrücklich ausgenommen werden von der "Schatzjagd" allerdings Schiffe und Stellen, auf bzw. an denen sich große menschliche Tragödien abgespielt haben. Gold wurde nämlich immer wieder auch auf zivilen Schiffen gelagert, die etwa britische oder europäische Flüchtlinge nach Kanada und in die USA beförderten. Vermuteten die Deutschen wertvolle Fracht, so versenkten sie auch diese Schiffe. Ein Beispiel dafür ist etwa die "City of Benares", bei deren Versenkung am 18. September 1940 248 Menschen, unter ihnen 77 Kinder, ums Leben kamen.

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