Sa, 20. April 2019
02.02.2017 19:03

In 870 Metern Tiefe

Naturfilmer finden U-Boot-Wrack aus 2. Weltkrieg

Vor den Azoren haben Tiefseefilmer ein Wrack entdeckt, bei dem es sich um ein 1942 gesunkenes deutsches U-Boot handeln soll. Mit ihrem Tauchboot machten Kirsten und Joachim Jakobsen in fast 900 Metern Tiefe Videoaufnahmen von dem Wrack, das mittlerweile von Korallen überzogen ist. Den Fund machte Jakobsen am Donnerstag öffentlich, dem 75. Jahrestag des Untergangs von U-Boot U-581.

Das U-Boot war in der Nacht auf den 2. Februar 1942 nach dem Angriff eines britischen Zerstörers vor der Azoren-Insel Pico gesunken. Der Fund könne für Meeresbiologen von großem Interesse bei der Erforschung von Kaltwasserkorallen sein, sagte Joachim Jakobsen am Telefon. Das U-Boot habe sich in ein künstliches Tiefsee-Riff verwandelt, an dem die Entwicklung von Korallen untersucht werden könne.

Jakobsen und seine Frau, die auf den Azoren leben und die Unterwasserwelt filmen, wussten schon seit mehreren Jahren von der ungefähren Lage des U-Boots. Aber erst nachdem sie das Tauchboot LULA1000, das sich im Besitz der Rebikoff-Niggeler-Stiftung befindet, gebaut hatten, das bis auf 1000 Meter Tiefe sinken kann, begann im Frühjahr 2016 die Suche in dem rund 100 Quadratkilometer großen Gebiet. Am 13. September entdeckten sie schließlich das in zwei Teile zerbrochene Boot in 870 Metern Tiefe.

Kirsten und Joachim Jakobsen, die bei ihren Projekten unter anderem vom Essener Evonik-Konzern unterstützt werden, haben britische und deutsche Dokumente zum Untergang von U-581 ausgewertet. Das U-Boot war demnach von einer Wasserbombe getroffen worden, der Kommandant gab den Befehl, das Boot zu versenken. Den Angaben zufolge überlebten 42 Besatzungsmitglieder den Angriff, vier starben.

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