Mo, 24. September 2018

Kälte, Fäkalien

15.01.2017 20:39

Serbien: Kritik an Zuständen in Flüchtlingslager

Wegen unhaltbarer Zustände in einem der größten Flüchtlingslager Europas in Belgrad steht die serbische Regierung unter Beschuss. "Es gibt keinerlei Ausrede, dass die Menschen sich selbst überlassen sind, dass sie frieren, hungern, zwischen Urin und Fäkalien schlafen und sich chronische Krankheiten einfangen", kritisierte das renommierte serbische Nachrichtenmagazin "Vreme" am Sonntag. Von einem Lager ähnlich dem aufgelösten "Dschungel" im französischen Calais ist sogar die Rede.

Hinter dem Belgrader Busbahnhof hausen seit Monaten schätzungsweise weit mehr als 1000 Migranten vorwiegend aus Afghanistan und Pakistan. Fotos zeigen, wie sie sich in der Kälte waschen oder essen. In den vergangenen Tagen hatten auch Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen und andere Hilfsorganisationen wiederholt die unhaltbaren Zustände vor allem im Winter bei Schnee und weit unter minus zehn Grad kritisiert.

"Regierung und UNO wollen, dass Flüchtlinge verschwinden"
"Die Regierung und das UNO-Kommissariat für Flüchtlinge haben sich für die Taktik der Erschöpfung entschieden", behauptete "Vreme": "Sie haben den Plan, den Flüchtlingen den Aufenthalt so schwer wie möglich zu machen, damit sie verschwinden." Aus diesem Grund sei - bis auf eine Ausnahme - privaten Hilfsorganisationen verboten worden, die Flüchtlinge mit Nahrung zu versorgen, so das Magazin.

Die serbische Regierung wies die Kritik, in Belgrad entstehe ein neues Flüchtlingslager ähnlich dem aufgelösten "Dschungel" von Calais, zurück. "Es gibt mehr als genug Plätze in den Aufnahmezentren", sagte Arbeitsminister Aleksandar Vulin am Sonntag im staatlichen Fernsehen. Die Migranten lehnten das aber ab. Demgegenüber hatten private Hilfsorganisationen berichtet, diese Zentren seien voll.

Ungarn: Keine Grenzöffnung für frierende Migranten
Viele Flüchtlinge wollen weiter nach Ungarn, doch die ungarische Regierung hält nichts von einer Grenzöffnung für Flüchtlinge, die derzeit bei Eiseskälte in Serbien ausharren. Um schnell Hilfe zu bekommen, sollten sich die Menschen in Serbien registrieren lassen und in die dortigen Unterkünfte gehen, sagte Außenminister Peter Szijjarto der "Welt" am Samstag. "Das wollen viele aber nicht, weil sie später in einem anderen Land Asyl beantragen wollen."

 krone.at
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