17.11.2016 09:53

Griechen in Panik

Schwere Ausschreitungen auf Flüchtlingsinsel Chios

In der Nacht auf Donnerstag ist es auf der Ägäisinsel Chios erneut zu schweren Ausschreitungen von Flüchtlingen gekommen. Wie die Insel-Onlinezeitung "Politis" berichtete, hatte eine Gruppe von Migranten am späten Mittwochabend ein Geschäft mit Feuerwerkskörpern geplündert und diese anschließend im Auffanglager "Souda" abgefeuert.

Die Feuerwerkskörper wurden auch auf Häuser in der Nachbarschaft geworfen, die Szenerie habe einer Belagerung geglichen. Bewohner eilten in Panik auf die Straßen, die Bereitschaftspolizei rückte an, die Migranten warfen mit Steinen. Verletzt wurde dem Bericht zufolge niemand, aber es gab mehrere Festnahmen.

Ein Inselbewohner beschwerte sich Donnerstagfrüh im griechischen Fernsehsender Skai, es könne nicht sein, dass die Ostägäisinseln mehr als 15.000 Flüchtlinge beherbergten und dies die Vereinbarung der griechischen Regierung mit der EU sei.

Erst vor einer Woche kam es auf Chios zu Ausschreitungen, als aufgebrachte Migranten Zelte und Container-Büros humanitärer Organisationen zerstörten. Bei den Randalen wurden mindestens zwei Menschen verletzt. Die Polizei hat starke Einheiten eingesetzt, um die Migranten daran zu hindern, das gesamte Zeltlager zu zerstören.

Lager auf Chios hoffnungslos überbelegt
Auf Chios leben laut Angaben des griechischen Flüchtlingskrisenstabs rund 4000 Migranten - mehr als viermal so viele, wie Plätze vorhanden sind. Sie sollen im Rahmen des Flüchtlingspakts der EU mit der Türkei in die Türkei zurückgeschickt werden. Zuvor dürfen sie Asyl beantragen. Weil sich die Bearbeitung der Anträge mangels Personals in die Länge zieht, harren die meisten bereits seit vielen Monaten auf Chios und anderen griechischen Inseln aus.

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