Boeing-Absturz
Ursache: Luftraum- Kontrolle versagte
Der Kontrollturm in Manaus habe der Boeing eine Steigerung der Flughöhe von 35.000 auf 39.000 Fuß gestattet, während die Kontrollbehörde in Brasilia der entgegenkommenden Embraer Legacy die Beibehaltung der Flughöhe von 37.000 Fuß empfohlen habe, hieß es. Deshalb seien die Maschinen frontal zusammengestoßen. Die Luftfahrtbehörden in Brasilien am Montag reagierten nicht auf die Berichte. Die Untersuchung der Unglücksursache wird nach Angaben der Luftfahrtbehörden mindestens drei Monate dauern.
Zwei Tage nach dem Unglück hatte am Sonntagabend die Bergung der Opfer begonnen. Die ersten zwei Leichen wurden mit Hubschraubern von der Unglücksstelle im Norden des Bundeslandes Mato Grosso abtransportiert. Die schleppend verlaufenden Bergungsarbeiten im schwer zugänglichen Dschungel seien in der Nacht wegen Dunkelheit und heftigen Regens unterbrochen worden.
Keine Überlebenden
Sprecher der Bergungsteams äußerten sich nach Medienberichten vom Montag sehr pessimistisch. "Wir werden unmöglich alle Körper finden und bergen können, und auch so wird die Bergung mindestens zehn Tage dauern", sagte der Befehlshaber des eingesetzten Militärs, Jorge Kersul. Das fast senkrecht auf dem Boden aufgeschlagene Flugzeug sei in kleinste Stücke zerrissen worden.
Die Boeing 737-800 der brasilianischen Billigfluglinie Gol war am Freitag nach dem Zusammenstoß mit einer kleineren Maschine in 11.000 Metern Höhe abgestürzt. Es gebe definitiv keine Hoffnung mehr, Überlebende zu finden, betonten die Behörden. Unter den Fluggästen auf dem Weg von Manaus in die Hauptstadt Brasilia war auch ein 48 Jahre alter deutscher Anthropologe, der in dem südamerikanischen Land lebte. Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.
Zweite Maschine schaffte Notlandung
Die kleine Maschine, die von einem US-Amerikaner gesteuert worden sei, sei auf einem Militärstützpunkt notgelandet. An Bord des Flugzeugs, das von Sao Paulo in die USA unterwegs war, waren laut Behörden sieben US-Bürger, darunter ein Journalist der "New York Times".
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