Häuser evakuiert

Zweite Mure: In Afritz herrscht Ausnahmezustand

Kärnten
04.09.2016 20:56

Wieder Katastrophenalarm im Gegendtal: Knapp eine Woche nach dem Unwetterchaos in Afritz hat am Sonntag neuerlich eine riesige Mure den Ort Kraa verwüstet. Die Häuser mussten evakuiert, einige Bewohner sogar in Hubschraubern ausgeflogen werden. Auch die Trinkwasserversorgung ist zusammengebrochen.

Viele erhielten Sonntagabend bereits Wetterwarnungen auf ihr Handy, doch dass es das Gegendtal erneut so hart treffen würde, war ein Schock.

Der Afritzer Bürgermeister Maximilian Linder musste sogar Zivilschutzalarm geben: Der Tronitzer Bach war über die Ufer getreten, ein provisorisch aufgeschütteter Damm wurde von den Wassermassen weggerissen.

"Krone"-Reporter Fritz Kimeswenger war am Sonntagabend vor Ort und hat ein paar Videoaufnahmen mit seinem Handy gemacht:


Auch die folgenden Bilder zeigen, was sich in Afritz (leider schon zum zweiten Mal in der Woche) abgespielt hat:

(Bild: Fritz Kimeswenger)
(Bild: Fritz Kimeswenger)
(Bild: Fritz Kimeswenger)
(Bild: SOBE HERMANN)
(Bild: Fritz Kimeswenger)
(Bild: Sobe Hermann)
(Bild: Sobe Hermann)
(Bild: Sobe Hermann)
(Bild: KK)



Die Häuser in Kraa mussten evakuiert werden. 100 Bewohner konnten sich selbst ins Gemeindezentrum retten, sechs wurden von der Polizei ausgeflogen.

"Niemand weiß, wie viel Material sich noch oben befindet. Deshalb mussten wir die Häuser evakuieren", erklärt Amtsleiterin Isabella Kerschbaumer.

Trinkwasserleitung beschädigt
Dann die nächste Horror-Nachricht: Die Mure hat die Trinkwasserleitung beschädigt! Ganz Afritz ist ohne Wasser! Aus Villach wird Trinkwasser geliefert. Im Gemeindezentrum haben die Afritzer sofort Jause und Tee sowie Suppe organisiert. Doch die Verzweiflung ist groß. "Die ersten Bilder vom Unwetterchaos sind schlimmer als beim ersten Mal", erzählt Roman Linder von der Feuerwehr.

"Es hat richtig geschüttet. Dann ist die Mure schon gekommen", so Doris Krainer, die mit Hund "Balu" flüchten konnte. Einige Bewohner mussten ihre Haustiere zurücklassen. Wann die Bewohner zurückkehren können, ist ungewiss, denn viele Hänge sind unterspült.

Einsätze in ganz Kärnten
Das Unwetter traf jedoch nicht nur den Bezirk Feldkirchen: "Kärntenweit stehen die Feuerwehren wegen Hochwasseralarm und umgestürzter Bäume im Einsatz", hieß es am Sonntagabend seitens der Landes-Alarm- und Warnzentrale.

In Fresach sorgten gleich mehrere Muren für einen regelrechten Ausnahmezustand:

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