08.09.2006 20:43 |

Selbstmordattentäter

Schlimmer Anschlag in Kabul: 16 Tote

Ein Selbstmordanschlag auf einen amerikanischen Militärkonvoi hat am Freitag in der afghanischen Hauptstadt Kabul bis zu 18 Menschen das Leben gekostet. Bei der schweren Explosion in der Nähe der US-Botschaft und des Hauptquartiers der internationalen Truppen in Afghanistan (ISAF) wurden nach Angaben von Augenzeugen und der Polizei 31 Menschen zum Teil schwer verletzt.

Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Bei den Todesopfern handelte es sich den Kabuler Angaben zufolge um 16 Afghanen und zwei US-Soldaten. Auch unter den Verletzten waren zwei amerikanische Soldaten.

Militärfahrzeug in zwei Teile zerrissen
Ein Augenzeuge sagte, ein Mann habe mit einem blauen Toyota eines der US-Fahrzeuge gerammt. Ein Militärfahrzeug wurde durch die heftige Explosion in zwei Teile zerrissen. Im Umkreis von 50 Metern lagen Trümmer und Leichenteile. Schwer bewaffnete US-Soldaten riegelten danach das Gebiet ab. Die Explosion ließ in der Innenstadt von Kabul die Scheiben erzittern, eine Rauchsäule stieg in den Himmel.

Es war einer der blutigsten Anschläge, die jemals in Kabul verübt wurden. Die Wucht der Explosion schleuderte Fahrzeugteile und Schutt dutzende Meter weit. Der Attentäter zündete die Bombe auf einer Zugangsstraße zum Massoud-Platz. Dass nicht noch mehr Menschen zu Schaden kamen, lag daran, dass wegen der Freitagsgebete weniger Anrainer unterwegs waren als an anderen Tagen.

Mehr NATO-Soldaten gefordert
In Warschau wollte indes der NATO-Militärausschuss am Freitag und Samstag über eine Aufstockung der internationalen Truppen in Südafghanistan beraten. Der NATO-Oberbefehlshaber in Europa, General James Jones, hatte am Donnerstag "eine bescheidene Verstärkung" um bis zu 2.500 Soldaten gefordert.