Fr, 21. September 2018

"Krone"-Serie

28.06.2016 08:10

UV-Strahlung: Die dunkle Seite des Sonnenlichts

Sonnencremes helfen, die menschliche Haut vor den Folgen von zu viel Sonneneinstrahlung zu schützen. Doch auch die Natur selbst hat im Laufe der Evolution für einen elementaren Sonnenschutz gesorgt. Prof. Leticia González vom Institut für Theoretische Chemie an der Universität Wien und ihr Team erforschen, wie sich die Erbsubstanz gegen UV-Strahlung schützt.

Sonnencremes helfen, die Haut vor den Folgen von zu viel Sonneneinstrahlung zu schützen. Doch auch die Natur selbst hat im Laufe der Evolution für einen elementaren Sonnenschutz gesorgt. Prof. Leticia González vom Institut für Theoretische Chemie der Universität Wien und ihr Team erforschen, wie sich die Erbsubstanz gegen UV-Strahlung schützt.

"Der UV-Anteil des Sonnenlichts lässt die Haut vorzeitig altern und erhöht das Hautkrebsrisiko, indem unerwünschte chemische Modifikationen im Erbgut stattfinden. So wie Sonnencreme die Haut vor UV-Strahlen schützt, indem sie den UV-Anteil des Sonnenlichts entweder reflektiert oder absorbiert und damit unschädlich macht, steuern die Bausteine des Erbguts einen eigenen Mechanismus, um sich vor der permanenten UV-Einstrahlung zu schützen", erklärt Prof. González.

Forscher vermuten auch, dass spezielle Bausteine durch die Evolution gezielt selektiert wurden, zumal die UV-Strahlung zum Zeitpunkt der Entstehung des Lebens viel intensiver war als heute. Gemeinsam mit ihrem Team befasst sich die Chemikerin mit den molekularen Vorgängen, welche durch die UV-Strahlung ausgelöst werden. Man hat nämlich festgestellt, dass die Erbsubstanz in der Lage ist, in einem komplexen Vorgang das Licht in kürzester Zeit in Wärme umzuwandeln. Dadurch wird verhindert, dass die Lichtenergie ungewollte chemische Reaktionen auslöst. Wird dieser Mechanismus gestört, kann das Erbgut durch UV-Strahlung geschädigt werden.

Ein Verständnis all dieser Vorgänge kann deshalb den Kampf gegen Hautkrebs unterstützen. Die Untersuchungen werden dabei nicht im Reagenzglas durchgeführt, sondern mit Hilfe von Supercomputern wie dem "Vienna Scientific Cluster", dem schnellsten für Grundlagenforschung zur Verfügung stehenden Höchstleistungsrechner Österreichs, simuliert. Unterstützt wird dieses Projekt vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF).

Zur Person:
Leticia González ist Direktorin des Instituts für Theoretische Chemie der Universität Wien. Sie wurde in Madrid (Spanien) geboren und forschte in London, Madrid, Berlin und Jena, bevor sie 2011 auf eine Professur für Theoretische Chemie nach Wien berufen wurde. Sie beschäftigt sich mit der Dynamik von Molekülen nach Anregung durch Licht und forscht im Bereich der medizinischen Chemie sowie zur Thematik der erneuerbaren Energien.

In der Serie "Krone der Wissenschaft" stellen wir Projekte von Spitzenforschern und -forscherinnen in Österreich vor. Ausgewählt werden sie von Prof. Dr. Georg Wick, dem Leiter des Labors für Autoimmunität an der Medizinischen Universität Innsbruck.

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