49 Tote
Fluglotse trägt Mitschuld an Flugzeugabsturz
Das erklärte Debbie Hersman von der US-Flugsicherheitsbehörde NTSB am Dienstag.
Bei dem Absturz am Sonntag am Blue-Grass-Flughafen von Lexington kamen 49 der 50 Insassen ums Leben; der Kopilot wurde schwer verletzt. Die Unglücksmaschine startete von einer zu kurzen Bahn, hatte nicht die nötige Geschwindigkeit, stürzte kurz darauf zu Boden und ging in Flammen auf.
Fluglotse war abgelenkt
Der Fluglotse hatte laut Hersman freie Sicht aufs Rollfeld. Er habe der Unglücksmaschine die Freigabe für die längere Startbahn erteilt. Dann "drehte er dem Geschehen den Rücken zu und erledigte Verwaltungsangelegenheiten", sagte die Sicherheitsexpertin. "Zu diesem Zeitpunkt erledigte er eine Verkehrszählung." Die Flugbehörde FAA hatte zuvor Fehler eingeräumt, da sie gegen eigene Richtlinien verstoßen und am Unglücksmorgen nur einen statt mehrerer Lotsen zum Dienst eingeteilt habe.
Startbahn 500 Meter zu kurz für Flugzeugtyp
Die Unglücksmaschine hatte nach Auswertung des Flugdatenschreibers von einer zu kurzen Startbahn abgehoben. Vorausgegangen war laut Stimmenrekorder ein schweres Versehen: Piloten und Fluglotsen sprachen über Funk vor dem Start davon, dass Startbahn 22 angesteuert werden solle. Stattdessen fuhr die Maschine auf für diesen Typ die 500 Meter zu kurze Startbahn 26.
Pilot und Lotsen hätten Irrtum erkennen müssen
Unklar blieb, wie der Fehler passieren konnte. Ein Flugzeug-Experte, Paul Czysz, sagte, den Flugdaten zufolge versuchte der Pilot mit aller Kraft, am Ende der 1.000 Meter langen Bahn nach oben zu ziehen. Czysz betonte, auf Grund der Fahrbahnbeleuchtung hätten die Piloten den Unterschied zwischen den beiden Startbahnen bemerken müssen. Aber die Maschine streifte Bäume, stürzte in ein nahe gelegenes Feld und ging in Flammen auf. Die Ermittler wollen noch klären, ob die Insassen durch die Wucht des Aufpralls oder das Feuer umkamen und ob die Rettungskräfte rechtzeitig vor Ort waren.







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