So, 18. November 2018

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20.07.2016 11:16

Sonnenschutz: Gut gecremt ist schon gewonnen!

Der häufigste Anwendungsfehler bei Sonnenschutz ist das Auftragen einer zu geringen Menge. "In der Praxis wird meist nur die Hälfte der empfohlenen zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut genützt. Damit kann der angegebene Schutz nur zu einem Bruchteil gehalten werden", so Allgemeinmedizinerin Veronika Lang.

In der Praxis bedeutet das: Ein Erwachsener braucht ungefähr 30 Milliliter Sonnenschutz, das sind rund sechs große Teelöffel voll. UVA-Filter in Sonnencremen schützen vor langfristigen Schäden, Sonnenallergien und frühzeitiger Hautalterung, UVB-Filter vor Sonnenbrand. Der UVA-Schutzfaktor muss laut EU-Vorschrift mindestens ein Drittel des UVB-Schutzfaktors betragen.

Auf den Hauttyp kommt's an
Die auf Sonnenschutzprodukten dazu angegebene Ziffer ist jener Faktor, mit dem man die individuelle Eigenschutzzeit multipliziert. So erhält man die Zeitspanne, während der man sich eingecremt allerhöchstens "ungestraft" - also ohne Sonnenbrand - in der Sonne aufhalten kann. Ein Mensch vom Hauttyp II (Eigenschutz zehn bis 20 Minuten) muss ein Produkt mit Faktor 10 verwenden, um eine Stunde und 40 Minuten bis maximal drei Stunden und 20 Minuten sonnen zu können, ohne dass die Haut sich rötet.

Nicht vergessen darf man beim Rechnen, dass die Strahlungsintensität je nach Tageszeit und geografischer Lage variiert. Hauttyp I wird immer rot, nie braun; Eigenschutzzeit fünf bis zehn Minuten, rund zwei Prozent der Bevölkerung. Hauttyp II wird immer rot, manchmal braun; Eigenschutz zehn bis 20 Minuten, zwölf Prozent der Bevölkerung. Hauttyp III wird manchmal rot, immer braun; Eigenschutz 15 bis 25 Minuten, etwa 78 Prozent. Hauttyp IV wird nie rot, immer braun; Eigenschutz 20 bis 30 Minuten, acht Prozent.

Nachcremen nicht vergessen!
Es gibt aber noch mehr Irrtümer, die in einem Sonnenbrand münden können. "Oft wird zu wenig nachgecremt", meinte Lang. "Ein gewisser Verbrauch durch Schweiß, Abrieb und die Hauterneuerung ist stets gegeben." Die errechnete Verweildauer verlängert sich durch Nachcremen aber nicht, sondern wird nur gesichert. Das Werbeversprechen "nur einmal täglich" auf Sonnenschutzprodukten sei jedenfalls nicht nur verboten, sondern auch fahrlässig, kritisierte die Ärztin.

Unter Sonneneinstrahlung verdickt sich die Hornschicht, die Pigmentierung der Haut nimmt zu und wird als Bräune sichtbar. "Damit erhöht sich zwar der Eigenschutz, doch UV-Strahlung, Salzwasser und Wind trocknen die Haut aus, wodurch UV-Licht intensiver in die Haut eindringen kann", sagte Ludger Kolbe, Chefwissenschafter für den Bereich Photobiologie beim Hersteller Beiersdorf. Der Eigenschutz auch von bereits gebräunter Haut sei daher nie ausreichend, die durch UVA-Licht im Solarium ausgelöste kurzfristige Bräune schon gar nicht.

Haltbarkeitsdatum sollte beachtet werden
Sonnenschutzmittel haben wie alle Kosmetikprodukte ein Ablaufdatum. Rund ein Drittel der Teilnehmer an einer Umfrage im Auftrag von Kosmetik transparent achtet aber nicht auf das Haltbarkeitsdatum, sondern verwendet UV-Schutzprodukte, bis sie aufgebraucht sind.

Mitunter wird der Verzicht auf Sonnenschutz mit Angst vor einem Mangel an Vitamin D begründet. "Vitamin D wird aus einer Vorstufe aus der Nahrung in der Haut durch Einfluss von UVB-Strahlen in aktives Vitamin D umgewandelt", sagte Lang. "Ein Mangel hängt nicht mit der Verwendung von Sonnenschutzmitteln zusammen. Zudem genügt es, sich einige Minuten bekleidet draußen aufzuhalten, um einen normalen Vitamin-B-Spiegel zu bekommen." Gegen anhaltenden erwiesenen Mangel, der unterschiedlichste Ursachen haben könne, gebe es Tropfen aus der Apotheke.

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