17.07.2006 11:39 |

Taifun "Bilis"

Mindestens 180 Tote nach Unwettern in China

Mindestens 180 Menschen sind in China durch den Taifun "Bilis" und die Unwetter der vergangenen Tage ums Leben gekommen. Wie die staatlichen Medien am Montag mitteilten, werden noch 141 Menschen vermisst. Insgesamt sind etwa neun Millionen Menschen in vier Provinzen von den Auswirkungen des Taifuns betroffen.

Am schlimmsten wüteten die Unwetter in der Provinz Hunan.

Dort starben nach Fernsehberichten seit dem vergangenen Freitag mindestens 92 Menschen. "Bilis" hatte dort mit sturzflutartigen Regenschauern Hochwasser über weite Landstriche gebracht und Erdrutsche ausgelöst. Wenigstens 14 Menschen kamen ums Leben, als am Samstag ein Fluss eine Kohlenmine überschwemmte und Fördertürme mit sich riss.

50.000 Menschen in Hunan isoliert
Innerhalb von 30 Stunden waren in Hunan seit Freitagabend 450 Millimeter Regen auf den Quadratmeter gefallen. Mindestens 31.000 Wohnungen wurden zerstört. Etwa 50.000 Menschen waren durch die Fluten von der Außenwelt abgeschnitten. Mehr als 100 Menschen sind dort noch vermisst.

Schlimmste Überschwemmungen seit 100 Jahren
In der südöstlichen Provinz Fujian, wo "Bilis" auf Land traf, starben 43 Menschen. 33 Menschen kamen in der Provinz Guandong, 10 Menschen in der Region von Guangxi ums Leben. Das Hochwasser unterbrach auch die Bahnstrecken zwischen der Provinzhauptstadt Guangzhou nach Peking. Behördensprecher sagten der offiziellen Nachrichtenagentur Xinhua, die Überschwemmungen seien in dem Gebiet die Schlimmsten seit 100 Jahren.

"Bilis" war über die Philippinen und Taiwan hinweggefegt, bevor er auf das chinesische Festland traf. Auf den Philippinen kamen mindestens 14 Menschen, auf Taiwan mindestens 4 Menschen ums Leben. Der Sachschaden wird auf umgerechnet 113 Millionen Euro geschätzt.

Opfer überwiegend Kinder
Die meisten Opfer waren den Angaben zufolge Kinder, die in den Fluten ertranken oder unter Schlamm- und Gerölllawinen begraben wurden. Andere wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen. Etwa 2.500 Häuser sind durch den Sturm teilweise oder ganz zerstört worden. Mindestens 51.000 Menschen waren von dem Tropensturm betroffen.