Di, 21. Mai 2019
31.01.2016 15:41

Aus deutscher Stadt

Ein- und Zwei-Cent-Münzen sollen verbannt werden

Kampf dem Kleinstgeld: Viele Einzelhändler in der niederrheinischen Stadt Kleve wollen ab Montag Ein- und Zwei-Cent-Münzen aus ihren Kassen verbannen. Stattdessen soll die Endsumme auf dem Kassenzettel auf Fünf-Cent-Beträge auf- oder abgerundet werden. Die Abwicklung der Zahlvorgänge mit Kleingeld sei einfach zu teuer geworden, begründete die Vorsitzende des Händlerzusammenschlusses Klever City Netzwerk, Ute Marks, die Initiative.

Das Netzwerk hat mehr als 800 Händler in der 50.000-Einwohner-Stadt angeschrieben und aufgefordert, ab 1. Februar auf die Ein- und Zwei-Cent-Münzen zu verzichten. Wie viele am Ende mitmachen, ist ungewiss. Vorbild sind die benachbarten Niederlande, wo das Auf- und Abrunden schon seit Jahren üblich ist. Bei unseren deutschen Nachbarn ist Kleve nach Informationen des Handelsverbandes Deutschland nun "die erste Stadt, die so etwas macht".

SPD: "Kleine Münzen sind verzichtbar"
Der finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lothar Binding, hält die Ein- und Zwei-Cent-Münzen für entbehrlich. "Ich glaube, dass diese kleinen Münzen verzichtbar sind", sagte er am Sonntag gegenüber mehreren Medien. Zuvor solle man aber testen, ob die Bürger dazu bereit seien. "Vielleicht freuen sich die Leute ja, wenn sie weniger im Portemonnaie kramen müssen." Auch die finanzpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Antje Tillmann, sprach sich für einen Verzicht auf die beiden kleinsten Cent-Münzen aus. Der Handel habe das Problem selbst verursacht, sagte sie: "Er hat es bei der Preisgestaltung in der Hand, auf diese 'krummen Summen' zu verzichten."

Teilnahme auf freiwilliger Basis
Die Teilnahme an der Aktion in Kleve ist sowohl für die Händler als auch für die Verbraucher freiwillig. Wer als Kunde mit dem Runden nicht einverstanden ist, hat einen Anspruch darauf, sein Rückgeld centgenau herauszubekommen. Bezahlt werden kann natürlich auch weiter mit den Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Macht der Kunde mit, so wird beispielsweise ein Einkaufsbetrag von 11,22 Euro auf 11,20 Euro abgerundet, eine Summe von 11,23 Euro dagegen auf 11,25 Euro aufgerundet. Kartenzahlungen sind nicht von der Regelung betroffen.

Hintergrund der Aktion ist, dass das Bevorraten des Kleingeldes und seine Einzahlung bei den Banken in den vergangenen Jahren für den Handel zu einem spürbaren Kostenfaktor geworden ist. Die meisten Geldinstitute lassen sich mittlerweile die Ausgabe von Münzrollen und das Zählen und Überprüfen eingezahlter Münzen honorieren. Die Sparkasse Kleve etwa berechnet den Händlern bei Einzahlungen größerer Münzmengen nach Angaben eines Sprechers einen Cent pro Münze für die Bearbeitung. Ein-Cent-Münzen bei der Bank abzuliefern, wird damit zum Nullsummenspiel.

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