Do, 20. September 2018

Schweizer verurteilt

17.12.2015 14:34

Ein Jahr Freiheitsstrafe für 146 km/h mit Motorrad

Die Schweiz ist für Verkehrssünder ein richtig teures Pflaster. Das ist bekannt, aber es schockiert doch immer wieder, wenn die Information über die Grenzen kommt, dass es jemanden besonders schlimm erwischt hat: Ein Biker wurde jetzt zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt - doch das ist wohl noch nicht die schlimmste Konsequenz des teuren Ausflugs.

Es war im April 2015, als der 50-Jährige mit seinem gerade erst günstig gekauften Motorrad im Schweizer Kanton Aargau unterwegs war. Am Ende einer 60er-Beschränkung drehte er am Gasgriff, 300 Meter weiter schnappte auch schon die Radarfalle zu - bei 146 statt erlaubter 80 km/h.

Vor Gericht machte er jetzt "Frühlingsgefühle" verantwortlich für die Übertretung, es sei keine Absicht gewesen. Doch da ist man bei den Eidgenossen gnadenlos. Wer nach Abzug der Toleranz von 4 km/h mit über 60 km/h unterwegs ist, gilt als Raser und damit als so etwas wie ein Schwerverbrecher. Das Urteil des Bezirksgerichts Zurzach: 2500 Franken (rund 2300 Euro) und ein Jahr Haft - bedingt auf zwei Jahre, weil er sich glaubhaft reuig zeigte, wie die Aargauer Zeitung berichtet: "Ich hatte das Gefühl, das ganze Dorf wusste, was ich getan habe. Ich habe mich so geschämt", soll er in der kurzen Beratungspause gesagt haben.

Doch damit nicht genug. Der ertappte Frühlingsraser hatte sofort seinen Führerschein abgeben müssen, verlor daraufhin seinen Job und musste zeitweise von einer Invalidenrente leben. Die "Untersuchungs- und Gerichtskosten" muss er auch tragen und das Motorrad hat er zwei Wochen nach dem Vorfall auch verkauft - mit 2200 Franken Verlust.

Offen gestanden war ich im Sommer in der Schweiz auch mal ein bisschen schneller unterwegs (keine 60 drüber), Sommergefühle. Aber es ist dort wirklich ein Spiel mit dem Feuer.

Aus dem Video-Archiv: Motorradraser überholt Polizisten am Hinterrad

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