Nazi-Skandal

CIA soll Naziverbrecher Eichmann gedeckt haben

Ausland
07.06.2006 15:43
Wie aus am Dienstag veröffentlichten Akten des US-Geheimdiensts hervorgeht, hat die CIA offenbar den Aufenthaltsort des bekannten NS-Kriegsverbrechers Adolf Eichmann verschleiert, um hochrangige westdeutsche Persönlichkeiten vor Enthüllungen über ihre Nazivergangenheit zu schützen. Die CIA soll demnach bereits 1958 vom westdeutschen Geheimdienst über Eichmanns Versteck in Argentinien informiert worden sein.

Westdeutschland hätte Eichmann, einen der Hauptorganisatoren der Judenvernichtung, offenbar bereits damals fassen können, sagte der Historiker Timothy Naftali von der Universität von Virginia. "Das neu veröffentlichte CIA-Material deutet darauf hin, dass es auf höchster Ebene der Regierung von Konrad Adenauer Sorgen vor Aussagen über enge Mitarbeiter des Kanzlers gab, falls Eichmann festgenommen würde."

Die CIA habe Westdeutschland geholfen, einen Teil von Eichmanns Tagebuch zurückzuhalten, das Adenauers Sicherheitsberater Hans Globke belastete. Globke war wegen seiner Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus umstritten.

Der israelische Geheimdienst fasste Eichmann 1960 in Argentinien und brachte ihn nach Israel. Er wurde in Jerusalem wegen Verbrechen gegen das jüdische Volk verurteilt und später hingerichtet.

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