Überflutung in Steyr

Menschen zittern vor den Wassermassen

Oberösterreich
03.06.2006 20:12
In Steyr wird der Hochwasseralarm schon zum täglichen Ritual: In den vergangenen eineinhalb Wochen mussten Enns- und Ortskai schon mehrmals gesperrt werden. Zuletzt riss Samstag früh um 3 Uhr Sirenenalarm die Bewohner aus dem Schlaf: Regengüsse bis zu 100 Liter pro Quadratmeter im Bergland ließen Enns und Steyr stark ansteigen, wieder einmal mussten gefährdete Zonen in der Stadt geräumt werden. Binnen weniger Stunden stieg die Enns in der alten Eisenstadt von 193 Zentimeter auf 427 Zentimeter, setzte den Enns- und kurz darauf den Ortskai unter Wasser. Tendenz: steigend!

In Klaus stieg die Steyr ebenfalls um etwa zwei Meter, überflutete schließlich die Mollner Gemeindestraße. Der Autoverkehr muss seither großräumig umgeleitet werden.

Für gefährliche Situationen sorgten die extremen Regenfälle in Steeg bei Hallstatt: Dort löste sich eine Schlammlawine, die wie ein Lavastrom auf einer Breite von einhundert Metern über die Paß-Gschütt-Straße floss und diese eineinhalb Meter hoch blockiert. Die Mure verfehlte eine nahe Siedlung nur knapp. Einsatzkräfte schätzen, dass die Aufräumarbeiten bis Dienstag dauern könnten. Bis dahin sind Hallstatt und Obertraun - wie schon während der Lawinen-Saison gewohnt - per Auto von Oberösterreich aus nicht erreichbar.

Zu Überflutungen kam es aber auch in den niederösterreichischen Bezirken Baden, Lilienfeld, Neunkirchen und Scheibbs sowie in Teilen des Burgenlandes und der Steiermark.

Sonnenschimmer am Wolkenhorizont
Vorerst müssen die Oberösterreicher noch weiter vor den Wassermassen zittern, die uns das Tief „Mona“ beschert. Zumindest bis Mittwoch hält der Dauerregen noch an, bleiben die Temperaturen mit 13 bis 16 Grad frostig kühl. Doch ab Donnerstag zeichnet sich am Wolkenhorizont ein Sonnenschimmer ab: Es soll auflockern, die Quecksilbersäule wird dann kontinuierlich bis zum kommenden Sonntag auf 27 Grad steigen.

Regen nervt derzeit aber nicht nur die Österreicher: Die Front mit Frösteltemperaturen zieht sich bis Sizilien und den halben Balkan. Wer´s sofort warm haben will, muss bis Lissabon reisen: Dort hat es 30 Grad plus.

 

 

Foto: Hannes Markovsky

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