29.05.2006 22:33 |

Tod im Kanalrohr

Zweijähriger ertrinkt im Kindersitz

Tragisches Ende einer Familien-Radtour an der Sieg (Deutschland): Der knapp zweijährige Sohn starb angeschnallt in seinem Kindersitz in einem überfluteten Kanalrohr. Die Eltern waren auf ihren Rädern neben dem Hochwasser führenden Fluss auf einem überspülten Weg von der Strömung weggerissen und in das Rohr gesogen worden. Während sie sich wieder an Land retten konnten, blieb das Kind verschwunden. Nach stundenlanger Suche und einem Großeinsatz von Tauchern konnte der Junge nur noch tot geborgen werden.

Das Wasser spülte Vater und Mutter am Sonntagabend mitsamt den Fahrrädern mit großer Wucht von ihrem Radweg in das offene Kanalrohr an der Sieg. Der Sohn saß beim Vater hinten angeschnallt auf dem Kindersitz.

Im Rohr wurde der Kindersitz mit dem Kleinen vom Rad des Vaters gerissen und verschwand in der braunen Flut. Erst entdeckten Taucher das Fahrrad, dann die Leiche des Jungen. Sie war aus dem Rohr geschwemmt worden und hatte sich an der verwilderten Uferböschung verfangen.

Ungesichertes, 2,5 Meter dickes Rohr
Das überflutete Kanalrohr, das den Dondorfer See mit der Sieg verbindet, hat einen Durchmesser von etwa 2,50 Metern und ist etwa 25 Meter lang. Nach schweren Regenfällen führte der See Hochwasser. Ein Überlauf verbindet den See mit der Sieg. Der Kanal war nur zur Seeseite hin an der Öffnung mit einem Gitter abgesperrt.

Die Polizei wird nun untersuchen, wie es zu dem Unglück kommen konnte und ob das Kanalrohr möglicherweise nicht ausreichend gesichert war.

Foto: Symbolbild