Du lieber Himmel!

Gebete können Patienten schaden!

Wissen
31.03.2006 17:34
Bringt es überhaupt etwas, wenn für Menschen gebetet wird, die an einer Krankheit leiden oder die sich von einer Krankheit erholen? Für Menschen, die gesund werden müssen und deren gesundheitlicher Zustand gefährdet ist? Die Ergebnisse der größten wissenschaftlichen Studie zu diesem Thema beweisen: Nein! Beten bringt den Betroffenen rein gar nichts. Ganz im Gegenteil: Patienten, die mit Gebeten bedacht wurden und davon wussten, hatten vermehrt mit Komplikationen zu kämpfen.

Über die Hintergründe dieses unerwarteten Ergebnisses können die Wissenschaftler selbst nur mutmaßen. Eine Möglichkeit wäre, so Dr. Charles Bethea vom Baptist Medical Center in Oklahoma City, "dass Patienten mutmaßen könnten, es ginge ihnen so schlecht, und sie hätten es dringend nötig, dass jemand für sie betet". Diese Furcht könnte in weiterer Folge zu Komplikationen während der Behandlung oder Operation führen.

Die Studie ist die größte ihrer Art und wurde von der amerikanischen Templeton Foundation, die Untersuchungen zum Thema Wissenschaft in Verbindung mit Religion unterstützt, durchgeführt. 1.800 Herz-Patienten, die kurz vor einer Operation standen, von sechs unterschiedlichen Kliniken nahmen teil.

Und so sah die Untersuchung aus
Die Patienten wurden in drei gleich große Gruppen geteilt. Während eine Patientengruppe wusste, dass für sie gebetet wird, wusste eine andere Gruppe, dass die Möglichkeit besteht, jemand könnte für sie beten – genau wussten sie es aber nicht. Die dritte Patientengruppe hatte keine Ahnung, dass jemand für sie betet, dass der bevorstehende Eingriff gut und ohne Komplikationen verlaufen und sie sich rasch von den Strapazen der Operation erholen mögen.

Komplikationen bei Patienten, die von Gebeten wussten
Dreißig Tage lang standen die Patienten unter Beobachtung, und die Ergebnisse waren verblüffend: Bei den Patienten, die keine Ahnung von den guten Wünschen hatten, gab es keine Auffälligkeiten. Die Patienten hingegen, für die gebetet wurde, hatten zu 59 Prozent mit Komplikationen verschiedener Art zu kämpfen. Immerhin noch 52 Prozent von den Patienten, die sich nicht sicher ob der Gebete waren, hatten ebenfalls Schwierigkeiten.

Wissenschaft kann das Übernatürliche nicht erklären
Das Ergebnis der Studie ist sehr umstritten – zumal über die Kraft des Betens keine allgemeingültige Aussage aufgrund der Erkenntnisse getroffen werden kann. Die Studie erhebt nur den Anspruch auf die Effekte, die das Wissen um Gebete bei den Patienten mit sich brachte. „Wissenschaft ist nicht in der Lage, das Übernatürliche zu erklären“, relativiert Dr. Harold Koenig, der Direktor des Institutes für Spiritualität, Theologie und Gesundheit.

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