Fast ein Vierteljahrhundert nach dem Verlust seiner beiden Unterschenkel will der 47-jährige Neuseeländer Mark Inglis mit dem Mount Everest den höchsten Berg der Welt bezwingen. Er wird am 25. März nach Nepal aufbrechen und mit den Vorbereitungen für den im Mai geplanten Aufsteig beginnen, teilte der ehemalige Bergretter mit.
1982 rächte sich für den damals 22-Jährigen die Liebe zu den Bergen. Er saß mit einem Bergkameraden am neuseeländischen Mount Cook während eines Schneesturms 14 Tage lang in einer Eishöhle fest. Dabei holte er sich schlimmste Erfrierungen, beide Unterschenkel mussten amputiert werden.
Der Ruf der Gipfel war stärker
„Ich dachte damals, es sei alles vorbei.“ Doch die Leidenschaft zum Klettern ließ ihn nach einem Ausweg suchen – und einen finden. Mit Spezialprothesen aus Kohlefaser machte er die Gipfel dieser Welt weiterhin unsicher: 2002 eroberte er seinen Schicksalsberg Mount Cook, zwei Jahre später war der Cho Oyu (8201 Meter) zwischen Nepal und Tibet dran.
Da der Mount Everest gerade einmal 650 Meter höher ist, war klar, dass der Gigant irgendwann in den Fokus des unbeirrbaren Inglis rückt. Denn nur beim Klettern fühlt sich der Bergverrückte richtig wohl: „Je höher ich komme, desto leichter wird es. Wenn ich klettere, empfinde ich mich weniger behindert, als wenn ich auf der Straße gehe.“
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