Horrorszenen in Krakau
„Menschen schrien und rannten in alle Richtungen“
Die polnische Stadt Krakau ist in Schockstarre: „Die Leute zogen ihre Hemden aus, um die Blutungen der am Boden Liegenden zu stillen“ schildert ein Augenzeuge die grausamen Momente nach den Schüssen – einer von vielen, die zusehen mussten, wie am Samstag sechs Passanten erschossen wurden.
„Wir hörten Knallgeräusche. Es klang ein bisschen so, als würde jemand Feuerwerkskörper zünden“, erzählte ein Augenzeuge der Plattform onet.pl. Plötzlich sei eine Menschenmenge auf einen Gebäudeeingang zugerannt. Mitten in der zweitgrößten Stadt Polens soll Michal O. (24) am Samstagnachmittag aus einem fahrenden Auto laut Polizei „wahllos“ auf Passanten geschossen haben. Sechs Menschen starben, mehr als ein Dutzend wurde verletzt.
Schütze innerhalb von Minuten gestoppt
Die Polizei reagierte extrem schnell: Nur drei Minuten nachdem der Notruf eingegangen war, gaben die Beamten Schüsse auf den mutmaßlichen Schützen Michal O. ab, wie Innenminister Marcin Kierwiński betonte. „Ich war im Laden, als die Schüsse fielen“, erzählte ein Zeuge. „Ich sah, wie der Angreifer in einen Krankenwagen gebracht wurde.“ O. wurde schwer verletzt ins Spital gefahren.
Die Schüsse versetzten Krakau in einen Ausnahmezustand. Vor dem Auto des Schützens „bewegte sich eine Menschenmenge aus Krakauer Einwohnern und Touristen“, schilderte eine Onet-Journalistin, die mit Betreibern von umliegenden Geschäften gesprochen hatte. „Hinter dieser Menschenmenge befand sich ein Mann in einem dunklen Auto, der wahllos auf Passanten schoss.“
„Es herrschte großer Lärm“, berichtete ein Zeuge. Etwa eine Viertelstunde nach den Schüssen habe er gesehen, wie ein Schussopfer wiederbelebt wurde. „Der Mann lag mit einer Rettungsdecke bedeckt da. Neben ihm stand ein Stadtwächter“, erzählte der Augenzeuge. „Niemand wusste, was vor sich ging. Die Menschen schrien und rannten in alle Richtungen.“
Polizei schüttelte Kugeln aus Rucksack
Ein anderer Augenzeuge nannte die Szenen auf Krakaus Marktplatz „schockierend“. Der Schütze sei „angeschossen auf dem Boden“ gelegen. „Als wir gingen, begann ein Polizist, Kugeln aus einem Rucksack zu schütten, der wahrscheinlich dem Angreifer gehörte“, sagte der Zeuge.
Neun Tote
Insgesamt kamen neun Personen ums Leben: Sechs wurden vom Schützen im Stadtzentrum erschossen, die Leichen von drei weiteren Personen – laut unbestätigten Informationen von onet.pl die Eltern und Schwester von O. – wurden bei O. Zuhause gefunden.
Fünf der 15 Verletzten sollen Ausländer sein, darunter laut dem portugiesischen Außenministerium eine 74-jährige Portugiesin. Unter den Schussopfern sei auch eine britische Person, berichtete der Sender BBC. Die Russische Botschaft in Polen erklärte, dass ein Russe verletzt wurde. Unter den Verletzten sind zwei Polizisten, beide davon schwer verletzt. Die Freiwillige Feuerwehr rief dazu auf, Blut zu spenden. Einer der Polizisten kämpfe um sein Leben und braue dringend Blut.
Zwei Pferde wurden am Krakauer Marktplatz ebenfalls angeschossen. „Eines wurde nur leicht gestreift, das andere wurde am Bein getroffen“, teilte die Organisation „OTOZ Animals“ mit.

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