Die Royals, britische Politiker und Tausende Soldaten, Veteranen und normale Bürger haben am Sonntag der Gefallenen der beiden Weltkriege sowie weiterer Konflikte gedacht. König Charles III. und Thronfolger Prinz William legten Kränze aus künstlichen Klatschmohnblüten am zentralen Kriegerdenkmal Cenotaph in Londons Regierungsviertel Whitehall nieder.
Königin Camilla und Prinzessin Catherine beobachteten das Geschehen vom Balkon eines Regierungsgebäudes aus. Viele Blicke waren besonders auf die Ehefrau des Thronfolgers gerichtet, die nach Meinung britischer Medien zum Gesicht des „Remembrance Day“ wurde, als in stillem Gedenken unter der breiten Krempe ihres Hutes den Blick senkte und so der Trauer der Nation ein Gesicht verlieh.
Die neue Erzbischöfin von Canterbury, Sarah Mullally, die erste Frau in diesem Amt, sprach ein Gebet und spendete den Segen. Nicht dabei war der dem Militär stark verbundene Prinz Harry, der sich aus dem engeren Kreis der Königsfamilie losgesagt hatte.
Darum tragen Camilla und Kate drei Poppy-Anstecker
Die Klatschmohnblüte („poppy“) ist in Großbritannien das Symbol für das Gedenken an die Gefallenen. Inspiriert ist es von den wilden Blumen in den Feldern Flanderns, wo im Ersten Weltkrieg verlustreiche Grabenkämpfe geführt wurden. „Poppies“ aus Papier oder anderen Materialien werden bereits in den Wochen vor dem traditionellen Gedenken Anfang November von vielen Menschen an die Kleidung geheftet. Die Anstecker werden von der Veteranenorganisation Royal British Legion gegen Spenden verteilt.
Prinzessin Kate, wie auch Queen Camilla, trugen gleich drei der Anstecker. Die Princess of Wales gedenkt damit der drei Brüder der Urgroßmutter, die alle drei im Ersten Weltkrieg als Soldaten gefallen sind. Außerdem würdigt sie, genau wie Camilla die drei Teilstreitkräfte des britischen Militärs symbolisieren – die British Army (Heer), die Royal Navy (Marine) und die Royal Air Force (Luftwaffe).
Hinter Andy Burnham reihten sich neun Amtsvorgänger auf
Der „Remembrance Sunday“ gehört neben der Parade „Trooping the Colour“ und der unregelmäßig stattfindenden Parlamentseröffnung zu den wichtigsten Terminen im royalen Kalender. An dem Gedenken nehmen auch Vertreter von Regierung und Parlament sowie vieler weiterer Institutionen und Vertreter der Commonwealth-Nationen teil. Erstmals legte in diesem Jahr der neue Premierminister Andy Burnham einen Kranz nieder. Hinter ihm reihten sich neun Amtsvorgänger auf.
Charles erschien um kurz vor 11.00 Uhr (Ortszeit), bevor mit dem Glockenschlag von Big Ben ein zweiminütiges Schweigen begann. Die Uhrzeit erinnert an das Ende des Ersten Weltkriegs, das am 11. November 1918 mit einem Waffenstillstand um 11.00 Uhr eingeleitet wurde.
Zum 100. Jahrestag des Kriegsendes nahm 2018 auch der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an der Zeremonie teil. Es war das erste und bisher einzige Mal, dass ein deutsches Staatsoberhaupt an dem Gedenken in der britischen Hauptstadt beteiligt war.
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