Inmitten der jüngsten Turbulenzen rund um Herzogin Meghans Vater war es am Sonntag dennoch Prinz Williams Ehefrau Prinzessin Kate, die die britischen Titelseiten beherrschte. Beim Weltkriegsgedenken „Festival of Remebrance“ in der Royal Albert Hall in London hatte am Freitagabend als strahlender Mittelpunkt der britischen Königsfamilie alle Blicke auf sich gezogen.
Ganz der Tradition entsprechend trug sie eine kleine, leuchtend rote Mohnblüte auf ihrem gepunkteten Midikleid des Londoner Labels Alessandra Rich. Im Vereinigten Königreich werden die Anstecker liebevoll Poppy genannt. Die Princess of Wales nutzt dieses kleine Accessoire traditionell Anfang November nicht nur als eleganten Hingucker, sondern setzt damit ein tief bewegendes Zeichen des Respekts.
Was hat es mit der roten Mohnblüte auf sich?
Die Mohnblüte ist vor allem in Großbritannien das Symbol zum Gedenken an die gefallenen Soldatinnen und Soldaten sowie die Veteranen der Streitkräfte. Jedes Jahr im November tragen Millionen Briten, darunter die gesamte Königsfamilie, Politiker und Prominente, kleine Anstecknadel auf der linken Brustseite, nah am Herzen. Die Spenden für diese Papier- oder Broschen-Mohnblumen fließen direkt an die Wohltätigkeitsorganisation Royal British Legion, die damit Veteranen und deren Familien unterstützt.
Der Brauch geht zurück auf eine Beobachtung nach dem Ersten Weltkrieg. Nach den schweren Kämpfen auf den Schlachtfeldern Flanderns (Belgien) wuchsen als erste Pflanzen auf den umgepflügten, blutgetränkten Feldern rote Klatschmohnblumen („Poppies“ auf Englisch). Dieses Bild inspirierte den kanadischen Militärarzt John McCrae im Jahr 1915 zu dem Gedicht „In Flanders Fields“.
Er beschrieb darin, wie zwischen den Gräbern der gefallenen Soldaten auf den Schlachtfeldern Flanderns leuchtend roter Klatschmohn zu blühen begann. Die Widerstandskraft der Blume in der zerstörten Natur wurde schnell zum Sinnbild für Hoffnung, Erinnerung und das Leben nach dem Krieg.
„Poppy Die US-Amerikanerin Moina Michael, als „Poppy Lady“ bekannt, griff das Motiv 1918 auf und verkaufte Seiden-Mohnblumen, um Spenden für Kriegsversehrte zu sammeln. Kurz darauf übernahm die Wohltätigkeits-Organisation Royal British Legion diesen Brauch in Großbritannien und machte ihn ab 1921 zu einer festen nationalen Tradition rund um den Remembrance Day.
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