Nach Ardo-Aus

Jetzt sollen Konsumenten Gemüseversorgung sichern

Niederösterreich
07.11.2026 14:55

„Unser Gemüse muss Zukunft haben!“ Mit diesem flammenden Appell wenden sich die Retter der Marchfelder Gemüseproduktion jetzt an die Konsumenten. Nach dem Abwehrkampf gegen den Agrarriesen Ardo soll heimisches Gemüse langfristig gesichert werden – mit vereinten Kräften und neuen Ideen.

Jedes Salatblatt, jede Babykarotte und auch jede Erbse zählen jetzt – so der augenzwinkernde Grundtenor von Landesrat Stephan Pernkopf, Agrarminister Norbert Totschnig, aber auch Niederösterreichs Bauernbundchef Paul Nemecek nach der Bewahrung der Gemüseproduktion im Marchfeld, die – wie mehrmals berichtet – beinahe der Gier des belgischen Agrarkonzerns „Ardo“ zum Opfer gefallen wäre.

Doch auf den „Lorbeeren“ wollen sich die Retter der Produktion in Österreichs Parade-Anbauregion nicht ausruhen. „Das war erst der erste Schritt“, geben sich Pernkopf, aber auch Lorenz Mayr von der NÖ-Landwirtschaftskammer kämpferisch. Der Erfolg, auf den jetzt aufgebaut werden kann: Tiefkühlkapazitäten werden bei der schon bisher versorgenden „Gemüsewelt“ der Familie Schneider ausgebaut, auch der Sonderkulturenspezialist „Waldland“ springt mit zusätzlichen Vertriebswegen ein.

Die Erzeugergemeinschaft ETG mit ihrem engagierten Obmann Robert Kriegl, der 500 Bauern vertritt, ist mit im Boot. „Wir werden alle Kräfte bündeln und sind voll motiviert“, versichert „Gemüsewelt“-Chefin Barbara Schneider.

Konsumenten sollen Gemüse retten
Doch allen ist bewusst – das ist erst der Beginn eines langen Weges. Darum wurde die Plattform „Unsergemüse“ gestartet. Pernkopf ist zuversichtlich, dass „durch möglichst viele heimische Konsumenten“ „Blattgrün“-Importe à la Ardo endgültig aus den Regalen verbannt werden. „Mit diesem rot-weiß-roten Widerstand haben die Agrar-Milliardäre wohl nicht gerechnet“, ist sich EU-Mandatar Alexander Bernhuber, der mit den Schachzügen Agrarkonzerne und den Brüsseler Lobbyisten bestens vertraut ist, sicher.

Zitat Icon

Wir werden alle Kräfte bündeln und sind voll motiviert.

„Gemüsewelt“-Chefin Barbara Schneider

„Kraut“-Funding als neue Idee
Entschlossener Ansatz der jetzigen Offensive – alle Modelle umzusetzen, damit Bürger die regionale Lebensmittelproduktion aktiv unterstützen können und selbst Teil der Lösung werden. „Kraut“-Funding inklusive. Angedacht sind direkte Gegenleistungen für diesen Idealismus, etwa in Form von Gemüse.

Hier geht es zur Petition: www.unsergemüse.at

Inzwischen meldet sich auch NÖ-Grün-Chefin Helga Krismer zu Wort: „Für den rot-weiß-roten Sieg braucht es ein engagiertes Finish im Marchfeld, wobei Agrana und Raiffeisen eine Staffel übernehmen müssen.“ Das sei ohnehin Eckpfeiler der Strategie, schüttelt ein Insider den Kopf.

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