Die ÖBB planen, im grenzüberschreitenden Verkehr künftig auch nicht in Österreich angestellte Lokführerinnen und Lokführer einzusetzen. Die Gewerkschaft schlägt Alarm, denn sie befürchtet eine schleichende Verdrängung heimischer Beschäftigter.
Aktuell wechseln Lokführer von ÖBB-Zügen üblicherweise an der Grenze. Im konkreten Fall, den die Gewerkschaft vida in einer Aussendung am Freitag kritisierte, geht es um Güterzüge aus Slowenien und Italien, bei denen künftig Triebfahrzeugführer aus ausländischen ÖBB-Töchtern bis in den Raum Villach weiterfahren sollen.
Betriebsrat: „Wenn der Spalt offen ist, ...“
Thomas Pippan, Betriebsratsvorsitzender der Triebfahrzeuge in Villach und Mitglied des vida-Landesvorstands, erklärte zu den Plänen, dass es aktuell um fünf Triebfahrzeugführer der ÖBB-Kroatien-Tochter gehe, die jetzt ausgebildet werden, um im Bereich Villach eingesetzt zu werden. Pippan befürchtet: „Wenn der Spalt offen ist, werden das mehr werden. Das wollen wir verhindern.“ Er sieht den Standort Villach gefährdet, die Gefahr von Lohndumping und Arbeitsplatzverdrängung.
ÖBB versichert: Weder Arbeitsplätze noch Standort gefährdet
Seitens der ÖBB wies eine Sprecherin die Darstellung, Arbeitsplätze in Villach seien gefährdet, zurück. „Weder Arbeitsplätze noch der Standort stehen zur Disposition. Vielmehr werden Ausbildungen internationalisiert und zusätzliche Kompetenzen für den grenzüberschreitenden Verkehr geschaffen“, hieß es in einer Stellungnahme. Künftig sei es möglich, dass entsprechend qualifizierte slowenische Kolleginnen und Kollegen internationale Züge über die Grenze hinweg führen, ohne dass ein Lokführerwechsel nötig sei, was die Planung erleichtere und grenzüberschreitende Verkehre effizienter mache.
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