Zu Weihnachten 2036 werden sich so manche Gespräche um das Dürrejahr 2026 drehen. Denn die Auswirkungen des heurigen Wassermangels werden erst in etwa zehn Jahren spürbar sein, wenn es bei den zimmerhohen Tannen einen Mangel geben dürfte.
„Heuer gibt‘s genug Bäume, den großen hat die Dürre wenig geschadet und die Niederschläge der letzten Zeit haben den Nadeln gutgetan“, sagt Klaus Gschwendtner, Obmann der etwa 140 Christbaumbauern in Oberösterreich. Er ist einer der größten, erntet pro Jahr an die 20.000 Tannen, Fichten und Co.
„Viele Kollegen machen es als zweites Standbein, nutzen so etwa für den Ackerbau ungünstige Lagen aus“, erklärt der Landwirt, der heuer durch die Dürre aber große Verluste verzeichnete. Etwa 6000 seiner Jung-Bäumchen gingen ein, 2000 konnte er nachpflanzen.
„Angebot wird sinken“
Insgesamt gehen die Bauern davon aus, dass knapp jede zweite heuer gesetzte Pflanze Opfer der Wasserknappheit geworden ist. Je nachdem, wie viel nachgepflanzt werden konnte, werden in den kommenden Jahren die Auswirkungen am Markt sichtbar sein. In fünf Jahren sind die Bäume etwa einen Meter hoch, in zehn Jahren raumhoch – dann werden sie üblicherweise geerntet. „Das Angebot wird dann sicher sinken“, so Gschwendtner.
Heimische Bäume als Verkaufsmagnet
Inwieweit das dann mit Importen ausgeglichen wird, ist ungewiss. Heuer stammen etwa 90 Prozent der 400.000 Bäume, die in Oberösterreich aufgestellt werden, aus heimischen Pflanzungen. „Der Import zahlt sich durch die gestiegenen Transportkosten immer weniger aus, die Margen werden kleiner“, weiß der Christbaumbauer, dem auch bewusst ist: „Die Oberösterreicher wollen heimische Bäume und daher schauen auch die großen Händler, dass sie diese im Sortiment haben und diese auch sichtbar sind.“
Preise ziehen „leicht an“
Zum Thema Preis schaut es so aus, dass auch die Christbäume etwas teurer werden, der Meterpreis wird sich auf 24 bis 27 Euro belaufen. „Wir werden nicht übermäßig die Preise anziehen, warum auch? Aber wir sind auch von den Teuerungen bei Treibstoffen und Betriebsmitteln betroffen und können nicht alles schlucken“, erklärt Gschwendtner, der bei der Frage, ob es nicht schlauer wäre, einen lebenden Christbaum zu kaufen, zurückhaltend ist: „Die Anwuchsrate ist gering, aber natürlich ist es eine Option. Wegen der Nachhaltigkeit gibt‘s aber keinen Unterschied.“
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