Seit mittlerweile fünf Jahren steht die historische Rikli-Villa in Wolfsberg leer. Ein beschlossenes Grundlagenkonzept soll nun einen ersten Schritt setzen, um das an die Stadtgemeinde vererbte Anwesen in einen gewinnbringenden Standort zu verwandeln.
Vor 135 Jahren wurde die Rikli-Villa von Arnold Rikli gebaut. Seine Urenkelin Margarethe Simak wohnte in jenem Anwesen bis zu ihrem Tod im Jahr 2021. Auf ihren testamentarischen Wunsch hin wurde die Villa der Stadtgemeinde Wolfsberg vererbt – mit der Widmung, den Standort für kulturelle Zwecke zu nutzen. Was aus ideeller und historischer Sicht ein nachvollziehbarer Gedanke ist, gestaltet sich seitdem als finanziell herausforderndes Erbe für die Stadtgemeinde.
„Es stellt sich weniger die Frage, ob man sich mit dem Objekt auseinandersetzt, sondern vielmehr, wie eine langfristig tragfähige, verantwortungsvolle Entwicklung aussehen kann“, sagt Alexander Radl, Bürgermeister von Wolfsberg. Diesbezüglich soll ein im Gemeinderat einstimmig beschlossenes Grundlagenkonzept Abhilfe schaffen.
Konzept soll Überblick verschaffen
Mit der Ausarbeitung und Erstellung jenes Konzeptes wurde Lavanttaler Historiker und Kulturvermittler Werner M. Thelian beauftragt. Das Konzept soll dabei „eine fachlich fundierte Entscheidungsgrundlage“ darstellen und dabei helfen „die Potenziale der Rikli-Villa realistisch bewerten und die weiteren Entwicklungsschritte planen zu können“, heißt es seitens der Stadtgemeinde. Bis Ende März hat Thelian nun Zeit, Potenziale und Nutzungsmöglichkeiten des Standortes zu prüfen. Das langfristige Ziel sei dabei, das Anwesen schrittweise aufzuwerten.
Die Villa könnte ein wichtiger Anknüpfungspunkt innerhalb der europäischen Rikli-Geschichte werden und Wolfsberg als authentischen Erinnerungsort positionieren.
Stadtgemeinde Wolfsberg
Doch die theoretische Auseinandersetzung mit dem Standortpotenzial bedeutet nicht automatisch, dass dieses auch praktisch verwirklicht wird. Wie mit den Ergebnissen aus dem Konzept zukünftig umgegangen wird, lässt man sich im Rathaus weiterhin offen.
Bürgermeister Radl betont: „Über mögliche Investitionen wird die Stadtgemeinde auf Basis dieser Ergebnisse gesondert entscheiden.“ Bis dahin bleibt die Rikli-Villa trotz ihres möglichen Potenzials vor allem eines – ein teures Erbe.
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