„On The Edge“-Festival

Wien für eine Woche wieder Zirkuskunst-Hauptstadt

Wien
05.11.2026 11:00

Eine Woche lang zeigt das Festival „On the Edge“ wieder internationale Zirkuskunst vom Feinsten in Wien. Die Bandbreite der Aufführungen zeigt die blühende Szene abseits traditioneller Manegen. Von poetisch bis einfach nur witzig – als Gemeinsamkeit bleibt das Staunen über die fantasievollen Ideen.

Schon zum siebenten Mal widmet sich “On the Edge“ jenen Formen von Zirkus, die unter der Kuppel von Zirkuszelten kaum je Platz finden. Entsprechend verschwimmen bei den Aufführungen die Grenzen zwischen Akrobatik und Ballett, zwischen Clownerie und Gesellschaftskritik, zwischen Kunst und Unterhaltung, und zwischen ernst und lustig – ein Trend, der abseits von Österreich viel mehr Aufmerksamkeit findet als hierzulande.

Vom Trapez an die Rock-Gitarre und retour
Allein der diesjährige Schwerpunkt auf Künstlerinnen und Künstler aus der Schweiz zeigt die Vielfalt, die selbst im kleinen Nachbarland blüht und gedeiht: Das reicht vom akrobatisch-spaßigen Duo „Gugus!“ (6. und 7. November), das Kindern ebenso wie Erwachsenen eine spielerische Pause vom Alltag gönnt. Beim ebenfalls schweizerischen Trio „Dark Glowing“ (7. und 8. November) wiederum verschmelzen Akrobatik und Rockmusik zu einem ganz neuartigen ganzheitlichen Erlebnis.

Ein Live-Actionfilm, für den es nur einen Mann und einen Früchtetee braucht.
Ein Live-Actionfilm, für den es nur einen Mann und einen Früchtetee braucht.(Bild: brtnicky.net)

Für grenzenloses Staunen sorgt auch der bereits mehrfach ausgezeichnete Schweizer Moritz Praxmarer mit seiner „Story of Larry“ (10. und 11. November). Darin erzählt er von Larry Walters, der sich 1982 in den USA den Traum vom Fliegen – mit einem Gartensessel und 42 Ballons – erfüllte und so als „Lawnchair Larry“ (Gartensessel-Larry) eine Ikone der Populärkultur wurde, Inspiration für den Disney-Film „Up“ inklusive. Für seinen atemberaubenden Live-Actionfilm braucht Praxmarer nur einen sich mehrfach wundersam verwandelnden Teebeutel als Requisite.

Dass es auch in Österreich genug Talent gibt, zeigt die Rückkehr von „Go Fishing“ aus dem letztjährigen Programm. Die Aufführung ruft die – ebenso wahre –  Geschichte der jüdischen Zirkuskünstlerin Irene Bento in Erinnerung, die der Ermordung durch die Nazis nur mit der Hilfe der Zirkusdynastie Althoff entging. Insgesamt stehen bis 13. November zehn Darbietungen zur Auswahl. Die kluge Programmierung bietet die Gelegenheit, auch gleich mehrere Programmpunkte hintereinander genießen zu können.

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