Wirtschaftsinitiative

Druck steigt: „Kauf vor Ort, sonst sind wir fort“

Kärnten
03.11.2026 20:00

Unter dem Motto „Heimkaufen“ will die Wirtschaftskammer mit den 19 Gemeinden in Klagenfurt-Land mit der Initiative „Prima statt prime“ das Bewusstsein für regionales Einkaufen stärken. Beim Bürgermeisterfrühstück stand die Zukunft der heimischen Betriebe im Mittelpunkt.

62.000 Menschen leben in der Region Klagenfurt-Land. Im Vorjahr ist die Bevölkerung um 3.000 Personen gewachsen. Auch wirtschaftlich hat die Region viel zu bieten: 1800 Betriebe beschäftigen insgesamt rund 16.000 Mitarbeiter. Dazu kommen 134 Lehrbetriebe. Die regionale Kaufkraft wird für die heimischen Unternehmen zu einer Zukunftsfrage. „Bei einem Einkauf von 100 Euro bleiben 20 Euro als Wertschöpfung für Löhne, Mieten und Lebenskosten“, erklärt Bezirksstellenleiter Franz Ahm. „Die Kommunalsteuer bleibt in den Gemeinden und ist für die Entwicklung von großer Bedeutung“, meint Stategieentwickler Mario Schönherr.

Auch die heimischen Gemüsehändler haben frische Waren.
Auch die heimischen Gemüsehändler haben frische Waren.(Bild: Handler Wolfgang)

Ein Blick auf die Bevölkerungsentwicklung in Kärnten unterstreicht die Herausforderungen. Im Vorjahr standen 6390 Sterbefällen nur 4120 Geburten gegenüber. Ohne Zuzug würde die Bevölkerung schrumpfen. Gleichzeitig werden bis zum Jahr 2040 rund 13 Prozent der Erwerbstätigen in Pension gehen.

Bevölkerungsrückgänge in ländlichen Gemeinden
Während Klagenfurt Stadt ein Bevölkerungswachstum von 10,3 Prozent und Klagenfurt-Land ein Plus von 2,8 Prozent verzeichnen, ist die Entwicklung in den ländlichen Regionen deutlich schwieriger. Es gibt Bevölkerungsrückgänge in Völkermarkt (-3,8 %), Wolfsberg (-6,8 %), Feldkirchen (-8 %), St. Veit (-9,8 %), Spittal (-10,5 %) und Hermagor (-12,9 %).

„Darum ist es wichtig, die heimischen Unternehmen zu unterstützen. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag für das gesellschaftliche Leben in den Gemeinden“, sagt Ahm. Das Herzstück der neuen Initiative sind die „Prima-Betriebe“. Mit Aufklebern, Plakaten und weiteren Werbemitteln können sich die teilnehmenden Unternehmen als regionale Anbieter präsentieren. Ziel ist es, die Vielfalt des heimischen Angebots sichtbar zu machen und die Konsumenten stärker für die Folgen ihrer Kaufentscheidungen zu sensibilisieren.

12,8 Milliarden für Online-Produkte
Eine Herausforderung bleibt der boomende Onlinehandel. Landesweit werden jährlich 12,8 Milliarden Euro für Online-Produkte ausgegeben. 5,8 Milliarden Euro davon fließen ins Ausland, 1,4 Milliarden Euro allein nach China. „Das regionale Angebot ist ebenso vielfältig. Wir können niemandem vorschreiben, wo er einkauft. Aber wir wollen dafür sorgen, dass die regionalen Betriebe bei dieser Entscheidung wieder stärker berücksichtigt werden“, sagt Bezirksstellenleiter Markus Polka. Die Botschaft der Initiative lautet: „Prima statt prime – Kauf vor Ort, sonst sind wir fort!“ Denn jeder Einkauf im regionalen Betrieb ist auch eine Investition in die Zukunft der Gemeinden.

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