Unternehmen fordern:

„Nicht mehr über jedes Windrad einzeln abstimmen“

Wirtschaft
03.11.2026 19:00

Der Climate Business Circle, ein Zusammenschluss aus verschiedenen Unternehmen, fordert einen Turbo bei der Elektrifizierung in Österreich – die Politik sei säumig, was das betrifft. Das bedeute auch, dass man „nicht über jedes einzelne Windrad abstimmen“ könne, sagt Initiatorin Christiane Brunner. 

Österreich, das Land der grünen Energie? Was die Herstellung von Strom betrifft, mag das stimmen. Der Anteil, den Strom an der verbrauchten Energie insgesamt hat, bleibt aber gering: Er lag 2024 bei 22,6 Prozent und damit unter dem EU-Durchschnitt. 

Das Problem: Viele Unternehmen wollen raus aus Öl und Gas und auf Strom umsteigen – nur es fehlt an Quellen, an effizienten Netzen und an Speichern. „Der Strombedarf wird sich in den nächsten Jahren verdoppeln“, sagt Christiane Brunner, Initiatorin des Climate Business Circle. „Die Energiewende ist entscheidend für den Standort.“ 

Unternehmen fordern bessere Netze
Teil der Unternehmens-Allianz für das Klima ist auch die Zementfirma Holcim. „Es herrscht Stillstand“, sagt die neue CEO für Österreich, Angela Bachmann. Während man in Österreich große Investitionen abwartet, bis politische Entscheidungen am Tisch liegen, würden Nachbarländer nicht zögern. Karl Sagmeister von Schneider Electric sieht die Situation ähnlich: „Elektrifizierung ist nicht nur ein Klima-, sondern ein Standortthema.“ Damit der Umstieg auf Strom gelingt, brauche es allerdings „stabile und effiziente Netze“, sagt Sagmeister. 

Christiane Brunner (Initiatorin Climate Business Circle), Angela Bachmann (CEO Holcim ...
Christiane Brunner (Initiatorin Climate Business Circle), Angela Bachmann (CEO Holcim Österreich) und Karl Sagmeister (CEO Schneider Electric Österreich)(Bild: martin darling)

Vom Bund bis zu den Gemeinden müssen alle mitziehen
Brunner fordert eine Gesamtstrategie für den Standort. Ob das nun 50 Wasserkraftwerke und 300 Windräder mehr bedeutet, kann sie nicht festlegen – nur so viel: Alle Ebenen der Politik müssen mitziehen, von der  Ministerin bis zum Bürgermeister. „Dass wir über jedes einzelne Windrad abstimmen, das geht sich nicht mehr aus.“ 

„Wir brauchen klare Rahmenbedingungen“, sagt Brunner, die außerdem ein Festhalten an der Klimaneutralität bis 2040 fordert. Das Ziel wurde ja immer wieder kontrovers diskutiert, weil Österreich hier ambitionierter ist als die EU vorgibt. „Wir müssen bei den Klimazielen einen Zahn zulegen.“ 

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