Der Bedarf an Nachhilfe in Vorarlberg ist beträchtlich gestiegen, ebenso die Kosten. Das zeigt eine IFES-Studie im Auftrag der Arbeiterkammer. AK-Präsident Bernhard Heinzle sieht großen Handlungsbedarf.
Das aktuelle Nachhilfe-Monitoring der AK, durchgeführt vom IFES-Institut, offenbart eine besorgniserregende Entwicklung: Im Schuljahr 2024/25 hat beinahe jedes vierte Kind in Vorarlberg bezahlte Nachhilfe oder Lernhilfe in Anspruch genommen. Dies entspricht einem Anstieg von acht Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2022. Zählt man die Nutzung von privater unbezahlter und Gratisnachhilfe dazu (ohne Berücksichtigung des Förderunterrichtes an Schulen), nutzen mehr als ein Drittel (35 Prozent) aller Vorarlberger Schulkinder Nachhilfeangebote. Hinzu kommen hochgerechnet rund 1900 Schüler, die gerne eine bezahlte Nachhilfe gehabt hätten, aber im vergangenen Jahr kein Angebot in Anspruch nehmen konnten. Besonders bedenklich: Bereits in der Volksschule erhält jedes fünfte Schulkind bezahlte Nachhilfe.
Der Zugang zu Nachhilfe oder zur Nachmittagsbetreuung darf nicht länger von der Geldbörse der Eltern abhängig sein.

Bernhard Heinzle, AK-Präsident
Bild: Lukas Hämmerle
790 Euro für Nachhilfe pro Kind und Jahr
Je mehr Nachhilfestunden konsumiert werden, desto höher ist die finanzielle Belastung für die Eltern. Im Durchschnitt zahlen Eltern rund 790 Euro pro Nachhilfe-Schulkind und Jahr für die Förderstunden – 2022 waren es gerade einmal 580 Euro. Die Gesamtausgaben für Nachhilfe in Vorarlberg belaufen sich nach Schätzungen des IFES auf jährlich rund neun Millionen Euro. Etwa die Hälfte der Haushalte, die in Nachhilfe investieren, fühlen sich durch diese Kosten finanziell spürbar belastet. Für 44 Prozent der Eltern, die gerne bezahlte Nachhilfe für ihre Kinder gehabt hätten, waren Kostengründe ausschlaggebend, diese nicht in Anspruch nehmen zu können.
Die Studienergebnisse machen dem Vorarlberger Arbeiterkammerpräsidenten Bernhard Heinzle große Sorgen: „Wir müssen uns überlegen, was das für die Gerechtigkeit in unserem Bildungssystem bedeutet.“ Aus der IFES-Studie leitet die AK Vorarlberg fünf konkrete Forderungen ab:
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