Haselsteiner an Benko:

„Warum zahlst du das nicht aus deiner Portokassa?“

Gericht
03.11.2026 09:00

Ab Mittwoch muss sich Fußfessel-U-Häftling René Benko in Innsbruck erstmals wegen schweren Betrugs verantworten. Im Mittelpunkt steht ausgerechnet sein einstiger Freund und Investor Hans Peter Haselsteiner.

Zum bereits vierten Mal steht René Benko ab Mittwoch vor dem Landesgericht Innsbruck. Erstmals erscheint der Finanzjongleur auf freiem Fuß, wenn auch mit Fußfessel. Und erstmals lautet der Vorwurf der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft auf schweren Betrug – der Immobilienspekulant soll einer Stiftung des Bau-Tycoons Hans Peter Haselsteiner kurz vor der Signa-Pleite Ende 2023 fünf Millionen Euro herausgelockt haben. Untermauert mit einer persönlichen, notariell beglaubigten Garantieerklärung.

Die sich als wertlos erwies, als nach der Signa-Gruppe auch der Unternehmer Benko Insolvenz anmelden musste. Benko bestreitet die Vorwürfe; es gilt die Unschuldsvermutung.

„Warum zahlst du das nicht aus deiner Portokassa?“
Bis 2024 pflegten Benko und Haselsteiner eine enge Freundschaft. Noch 2021, als Haselsteiners Stiftung – offenbar im Glauben an das große Geldvermehrungs-Geschick des Signa-Gründers – die Anteile an der Signa Holding auf 15 Prozent aufstockte, schrieb Haselsteiner im Namen der Familie an Benko: Man glaube „an das Gesamtkunstwerk René“. Selbst im Juli 2024 traf man einander im Tiroler Erl noch beim Wirten – zum Spritzertrinken.

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Signa ist gleich Benko, und ohne Benko hat sich in der Signa nichts bewegt.

Hans Peter Haselsteiner über seinen ehemaligen Geschäftspartner

Nun stehen die Zeichen auf Abrechnung. Bereits in einer Zeugenvernehmung vom Oktober 2025, die der „Krone“ vorliegt, ging Haselsteiner hart mit dem Milliardenpleitier ins Gericht: „Signa ist gleich Benko, und ohne Benko hat sich in der Signa nichts bewegt.“

Der Unternehmer fühlt sich von Benko „getäuscht“
Anfang November 2023, kurz vor dem Insolvenz-Domino, habe ihm Benko mitgeteilt, dass die fünf Millionen Euro allein von Haselsteiners Stiftung aufgebracht werden müssten. „Und dann ging es los mit meinen Fragen an den Benko: Warum zahlst du das nicht aus deiner Portokassa? Warum nicht aus der Laura Stiftung? Warum nicht aus einer der anderen Stiftungen? Warum nicht von der Mama?“ Doch „angeblich ging das nicht“, denn Benko habe erklärt: „Mein Vermögen ist mehr als ausreichend, aber ich bin leider nicht liquid.“ Nach Ausstellung der Garantie habe er Benko mehrfach gewarnt, dass er „kein Verständnis hätte, wenn er mich hängen lässt.“

Vom einst bewunderten „Gesamtkunstwerk René“ ist für Haselsteiner jedenfalls wenig geblieben. Er fühle sich von Benko „getäuscht“.

Im bevorstehenden Prozess gegen den gefallenen Immobilien-Jongleur ist Haselsteiner als Zeuge geladen.  

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