Naher Osten

Trump setzt auf Diplomatie: Ölpreise fallen

Wirtschaft
02.11.2026 10:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Schon länger wird darüber spekuliert, dass das US-Militär gemeinsam mit Israels Streitkräften nach den Zwischenwahlen in den USA, die am 3. November stattfinden, wieder im Iran angreifen könnte. Doch nun dämpft ein Medienbericht über die diplomatischen Bemühungen von US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit dem Iran die Sorgen vor einem erneuten Ausbruch des Krieges. Das wirkt sich auch beruhigend auf die Ölpreise aus.

Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im Jänner 110 US-Dollar (rund 98 Euro) und damit rund drei Prozent weniger als am Freitag (rund 116 US-Dollar). Trump will der Diplomatie mit dem Iran einem Bericht des Nachrichtenportals „Axios“ zufolge mehr Zeit geben, bevor er nach den US-Zwischenwahlen in dieser Woche möglicherweise neue Angriffe anordnet. Der US-Präsident habe dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu seine Präferenz für eine diplomatische Lösung in einem Telefonat mitgeteilt, heißt es.

Premier Benjamin Netanyahu signalisiert auf einem Wahlplakat Stärke und Bündnistreue mit den USA ...
Premier Benjamin Netanyahu signalisiert auf einem Wahlplakat Stärke und Bündnistreue mit den USA unter der Führung von Präsident Donald Trump.(Bild: AFP/JACK GUEZ)

US-Außenminister Marco Rubio hatte am Samstag erklärt, dass noch keine Entscheidung über neue Militärschläge getroffen worden sei. Trump bevorzuge eine diplomatische Lösung. Die Bemühungen um Gespräche ließen die Sorgen vor einer erneuten Eskalation etwas nachlassen, obwohl die Angriffe auf Schiffe rund um die Straße von Hormuz weitergehen. Die USA und Israel hatten den Krieg Ende Februar mit gemeinsamen Angriffen auf den Iran begonnen. Öl- und Gaspreise sind seitdem kräftig gestiegen.

Ölstaaten wollen Förderquoten beibehalten
Unterdessen hat sich der Ölverbund OPEC+ am Wochenende darauf verständigt, seine Förderquoten im Dezember unverändert zu lassen. Die Gruppe hatte ihre letzten freiwilligen Förderkürzungen bereits im September zurückgenommen. Wegen des Iran-Kriegs hat die Entscheidung allerdings vor allem symbolische Bedeutung. Die anhaltenden Kämpfe im Nahen Osten, einschließlich der Angriffe im Roten Meer, bedrohen weiterhin die Ölexporte und Förderanlagen in der Region.

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