Gemeinsamer Nenner
Das sind die Auslöser der europaweiten Proteste
In zahlreichen europäischen Ländern gehen derzeit junge Menschen auf die Straße, um unter anderem bessere Bildungschancen und mehr Klimaschutz zu fordern. Die Ursachen sind vielfältig. De wachsenden Probleme vieler Jugendlicher und junger Erwachsener, sich ein wirtschaftlich eigenständiges Leben aufzubauen, ist aber der gemeinsame Nenner.
Aufgrund der europaweiten Energiekrise, hohen Inflationsraten und zunehmend leeren Staatskassen rückt bezahlbares Leben immer mehr in den Fokus vieler, vor allem junger Menschen. In Frankreich drehten sich die Proteste zunächst um übervolle Klassenzimmer, die schlechte Ausstattung an Schulen, zu wenige Lehrkräfte und ungleiche Bildungschancen. Zunehmend rückte auch die schlechte wirtschaftliche Lage ins Zentrum. Ende Oktober stufte die US-Ratingagentur Fitch den Ausblick für die Bonität Frankreichs auf „negativ“ hinunter. Als Argumente wurden etwa eine sich verschlechternde Haushaltslage und Schwierigkeiten bei der Kontrolle der Schuldenquote angegeben.
Auch in Italien spielt die schwierige wirtschaftliche Situation vieler junger Menschen eine Rolle. Eine gute Ausbildung garantiert keinen adäquaten Werdegang und finanzielle Unabhängigkeit. Viele ziehen spät aus dem Elternhaus aus. Am vergangenen Wochenende machten Studentinnen und Studenten mit einem Protestcamp nahe dem Kolosseum in Rom auf hohe Mieten, steigende Lebenshaltungskosten und den Mangel an Wohnheimen für Studierende aufmerksam.
Zwangsräumungen in Spanien
In Spanien sorgen eine relativ hohe Jugendarbeitslosigkeit und horrende Wohnkosten für Unmut. Anfang Oktober gingen Zehntausende gegen Wohnungsnot und Zwangsräumungen auf die Straße. Sie erinnerten auch an die Ende September aus ihrem Zuhause vertriebene 87-jährige Maricarmen Abascal, die zwei Wochen später starb. In vielen Städten des Landes sind die Mieten in den vergangenen Jahren stark gestiegen, bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper.
Große Unzufriedenheit gibt es auch in den EU-Beitrittskandidaten Serbien und Albanien. In Tirana gingen zum Beispiel Mitte Oktober immer mehr junge Menschen gegen Missstände im Hochschulwesen und gegen die Regierung auf die Straße. Viele Bürgerinnen und Bürger empfinden die politischen Eliten als gierig, korrupt und inkompetent.
Lage in Österreich ruhig
In Österreich ist die Lage bisher relativ ruhig. In Wien demonstrierten vor Kurzem Tausende und forderten ein höheres Budget für die Universitäten. Zu Halloween gab es in der Bundeshauptstadt zwei Demonstrationen. Erst in der Nacht kam es zu Randalen.

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