„Nuklearangriff“
Ukrainische und russische Warn-Apps gehackt
Falschinformationen nach Hackerangriffen auf offizielle Warn-Apps haben am Sonntagabend für Schrecksekunden in der Ukraine und in Russland gesorgt.
Die Anwendung in der Ukraine habe für Kiew und andere Gebiete fälschlicherweise Warnungen vor einem nuklearen und chemischen Angriff sowie der Gefahr von Straßenkämpfen angezeigt, teilte die ukrainische Luftwaffe am Sonntagabend mit. Zudem habe eine fehlerhafte Nachricht den Einsatz der russischen Hyperschallrakete vom Typ Oreschnik gemeldet. „Die Luftalarm-App scheint unter feindlichen Einfluss geraten zu sein“, erklärte die Luftwaffe auf Telegram.
Fehlerhafte Anzeigen nur kurzzeitig zu sehen
Die fehlerhaften Anzeigen verschwanden kurze Zeit später wieder. Die App sei vorübergehend außer Betrieb, teilte das ukrainische Ministerium für digitale Transformation mit. Andere Warnsysteme für die Bevölkerung sowie die Luftschutzsirenen funktionierten jedoch weiterhin.
Beinahe zeitgleich verbreiteten sich auch in Russland Falschinformationen des Katastrophenschutzministeriums. Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass am frühen Montag unter Berufung auf die Behörde. Ob die Hackerangriffe auf die ukrainische und die russische App in Zusammenhang stehen, ist noch unklar.
Unterdessen prüfen die beiden Kriegsparteien nach dem Auslaufen einer lokalen humanitären Waffenruhe in der Südukraine die Fortsetzung solcher Pausen vom Krieg. Wie berichtet hatte es in der von Russland besetzten Frontstadt Oleschky eine sechstägige Feuerpause gegeben. Im Zuge dieser konnten aus der Stadt und umliegenden Gebieten in Cherson laut der US-First-Lady Melania Trump rund 800 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Der Sprecher des Präsidialamtes in Moskau, Dmitri Peskow, sagte russischen Nachrichtenagenturen zufolge, man bewerte den Ablauf des Einsatzes in Oleschky sowie die Koordination zwischen den Menschenrechtsbeauftragten beider Länder positiv.
Hoffnung auf umfassendere Friedensbemühungen
Die lokale Waffenruhe, die am Dienstag begonnen hatte und von beiden Kriegsparteien eingehalten wurde, war nach Vermittlungsbemühungen von US-First Lady Melania Trump und unter Beteiligung von Papst Leo zustande gekommen. Papst Leo äußerte die Hoffnung, dass die Kooperation den Weg für umfassendere Friedensbemühungen ebnen werde. Melania Trump teilte auf der Plattform X mit, die Feuerpause habe den Bewohnern Bewegungsfreiheit, Zugang zu Nahrung, sauberem Wasser und Medikamenten sowie ein neues Gefühl der Würde ohne die ständige Bedrohung durch Angriffe verschafft.
Während der Kampfpause wurden Straßen entmint und Versorgungsgüter in die Stadt gebracht. Es handelte sich um die längste lokale Unterbrechung der Kämpfe seit Beginn der russischen Großinvasion im Februar 2022.

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