Wochen nach Krebs-OP
Papst begibt sich auf bisher längste Auslandsreise
Nicht einmal vier Wochen nach seiner Lungen-OP bricht Papst Leo XIV. in wenigen Tagen zu seiner bisher längsten Auslandsreise auf. Gut eine Woche zuvor hat der 71-Jährige noch Ende Oktober einen kurzen Flug von Rom nach Assisi abgesagt – auf ärztliches Anraten, wie der Vatikan mitteilte.
Der überraschende und kurze medizinische Eingriff vom 13. Oktober, bei dem etwa 20 Prozent des Lungengewebes mitsamt einem Tumor entfernt worden waren, hat tiefe Besorgnis ausgelöst. Im Vatikan, aber auch in den drei Ländern Uruguay, Argentinien und Peru, die der Papst vom 6. bis 17. November besuchen will, fragen sich die Verantwortlichen, ob der 71-Jährige trotzdem an seinem anstrengenden transatlantischen Reiseprogramm festhalten würde. Doch die betreuenden Ärzte und der Vatikan versichern, dass angesichts der vollständigen Entfernung des Tumors und der guten Genesungsfortschritte des prominenten Patienten der Reise aus medizinischer Sicht nichts im Wege stehe.
Abendandacht in Uruguays größtem Fußballstadion
Zum Auftakt wird der fließend Spanische sprechende US-Amerikaner in Uruguays Hauptstadt Montevideo erwartet, wo er am ersten Reisetag mit Vertretern von Staat, Zivilgesellschaft und der Kirche des Landes zusammenkommt. Für den 7. November ist unter anderem ein großer Gottesdienst in Paysandú an der argentinischen Grenze und ein Besuch der Katholischen Universität in Montevideo geplant. Am Abend desselben Tages folgt eine Abendandacht mit dem Papst in Uruguays größtem Fußballstadion.
Treffen mit Trump-Freund
Am 8. November geht es weiter nach Argentinien, wo Leo XIV. auch den ultra-liberalen Präsidenten Javier Milei treffen wird. Mit Spannung wird zu beobachten sein, wie sich Leo XIV. zum Trump-Freund Milei und dessen Ideen verhält. Der Papst aus Chicago beruft sich auffallend oft auf die in Teilen marktkritische katholische Soziallehre – so wie es auch Argentiniens Bischöfe tun, wenn sie Mileis ultra-liberale Wirtschaftspolitik kritisieren. Daneben wird aber auch das Erbe des verstorbenen Papstes Franziskus (2013-2025) in Argentinien immer wieder eine Rolle spielen. Franziskus selbst hat sein Heimatland als Papst nie bereist. Leo XIV. besucht mehrere Orte, die mit der Biografie seines Vorgängers eng verknüpft sind: Dazu gehört dessen langjährige Bischofsstadt Buenos Aires ebenso wie die „Nummer zwei“ unter Argentiniens Städten, die intellektuelle Hochburg Córdoba.
Peru als wichtigste Station
Am 11. November folgt dann die für Leo XIV. persönlich wohl wichtigste Station der Reise: Peru. Das Land, das vom Amazonasbecken über die Anden bis zum Pazifik reicht, war für den heutigen Papst viele Jahre lang seine zweite Heimat. Dort machte er von 1985 bis 2001 seine Erfahrungen als Missionar und als Ausbilder von Missionaren. Nach einem zwölfjährigen Intermezzo in Rom kehrte er 2014 für weitere neun Jahre nach Peru zurück und wurde nun Bischof in Chiclayo im Norden des Landes. In dieser Zeit wurde er auch peruanischer Staatsbürger.
Dass Leo XIV. das Land, die Menschen und ihre Sprache kennt, ist bei allen Stationen in Südamerika eine große Hilfe. In Peru kann er sogar in zwei Sprachen reden: auf Spanisch und auf Quechua, das vor allem die Menschen in der Region Cusco sprechen. Als Missionar und Bischof hat Prevost einst auch diese Sprache erlernt. Am Vormittag des 17. November wird Papst Leo XIV. in Rom zurückerwartet.

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