Protestcamps in Europa
Studierende zelten vor Kolosseum gegen hohe Mieten
In Rom protestieren Studierende nahe dem Kolosseum gegen hohe Mieten und steigende Lebenshaltungskosten – allerdings nicht in Form von Demonstrationen, sondern mit einem Protestcamp nahe dem Kolosseum. Auch in Lissabon haben Aktivistinnen und Aktivisten mit einem solchen Lager gegen die Wohnungsnot und ein geplantes Mietgesetz protestiert.
In der italienischen Hauptstadt bauten die Studierenden etwa 40 Zelte auf. Die Aktion soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die schwierige Wohnsituation lenken. Das Veranstaltungsteam kritisiert unzureichende Maßnahmen der Politik gegen die Wohnungsnot und die hohen Lebenshaltungskosten. Zudem wirft es der Regierung vor, eine Kriegspolitik zu verfolgen, während Energiepreise und alltägliche Ausgaben für viele Menschen zur Belastung geworden seien.
Die Aktivistinnen und Aktivisten wollen bis Sonntagabend in der Nähe des Kolosseums bleiben und dort auch eine Versammlung abhalten. „Die Wohnungssuche in Rom ist ein schwieriges Unterfangen, da die verfügbaren Zimmer im Durchschnitt alle mehr als 500 Euro kosten“, sagte ein Koordinator des Studierendenverbands „Sinistra Universitaria“. Die Investitionen in Studierendenwohnheime reichten nicht aus. Die Studentinnen und Studenten fordern unter anderem einen stärkeren Ausbau öffentlich geförderter Wohnheimplätze und Maßnahmen, um die Mietkosten zu senken.
Polizei räumte Camp in Lissabon
Auch in anderen italienischen Städten wie Turin, Bologna und Mailand gehen Studierende derzeit gegen hohe Mietkosten auf die Straßen. Im portugiesischen Lissabon hat die Polizei am Sonntag ein Protestlager gegen die Wohnungsnot und ein geplantes Mietgesetz geräumt. Sie vertrieben Hunderte Demonstrierende mit Schlagstöcken, die das Lager mit mehr als 50 Zelten schützten. Ein kleineres Lager in der Stadt Porto wurde ebenfalls aufgelöst.
Ein geplantes Gesetz soll Räumungen erleichtern und die Mietpreisbremse für neue Verträge aufheben. Der Entwurf hat bisher eine erste Lesung im Parlament bestanden. Ministerpräsident Luis Montenegro schloss eine Rücknahme aus, zeigte sich aber offen für Änderungen. Seit 2017 haben sich die Immobilienpreise in Portugal mehr als verdoppelt, die Mieten für Neuverträge sind fast ebenso stark gestiegen.

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