Der deutsche Musikproduzent Dieter Bohlen hat Verständnis für die Proteste der Bewegung „Gen Z regelt“ geäußert. „Ja, meine Freunde, es ist richtig, wenn euch der Kragen platzt und wenn ihr demonstrieren geht“, schrieb er auf seinem Instagram-Kanal.
Dazu postete er ein Video, in dem er sich gegen die neue Wehrpflicht ausspricht und die aktuelle Regierung in Deutschland kritisiert. „Ich habe sechs Kinder, die würde ich niemals in den Krieg schicken“, sagte der 72-Jährige etwa. Er selbst sei neun Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg geboren worden. „Mein Vater war mit 18 Jahren in den Krieg gegangen und sofort in Gefangenschaft gekommen, wäre fast gestorben. Wofür? Wofür sind diese Kriege gut? Für gar nichts. Und deshalb sollten wir alle dagegen sein“, findet der Musikproduzent und Sänger, der 1984 als Mitglied des Pop-Duos Modern Talking bekannt wurde, klare Worte.
Er verstehe außerdem die Zukunftssorgen der jungen Generation in Deutschland, sagte Bohlen weiter. Vor allem bei den Ausgaben des Staats sieht er falsche Prioritäten. So sollte etwa mehr Geld in Schulen und Infrastruktur gesteckt werden.
Hier sehen Sie das Video von Dieter Bohlen zu den Protesten:
Wie berichtet, eskalierten am Samstagabend in Frankreich und Deutschland zunächst friedliche Demonstrationen. In Paris geriet ein Polizist in Flammen. Mehr als 500 Menschen wurden landesweit festgenommen. In Deutschland gingen Zehntausende junge Menschen auf die Straße. „Gen Z regelt“ hatte zu Protesten in mehr als 30 Städten aufgerufen. Die Aktivistinnen und Aktivisten fordern unter anderem mehr Geld für Schulen, soziale Gerechtigkeit, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und mehr Klimaschutz.
In einigen Städten gab es Zwischenfälle. Es kam unter anderem zu Plünderungen und Angriffen auf Sicherheitskräfte, Schaufensterscheiben wurden eingeschlagen, Molotowcocktails geworfen. Einige Menschen wurden verletzt. „Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert ist, darauf hatten wir keinen Einfluss“, sagte ein Sprecher der Initiative. Diese veröffentlichte am Samstagabend auf Instagram eine Stellungnahme, worin sie sich von „jeglicher Form der Gewalt sowie von gewalttätigen Handlungen anderer Gruppen oder Einzelpersonen“ distanziert.
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