Gerhard Walter Ruscher ist seit seiner Kindheit eng mit dem Neusiedler See verbunden. Sein Schwinden ließ ihn einen offenen Brief verfassen.
Schon als Kind mit den Eltern am Neusiedler See machte er mit 19 Jahren den Segelschein. Vor ca. 15 Jahren kaufte er sich das erste eigene Boot. „So alarmierend wie heuer war der See aber noch nie beieinander“, erklärt der passionierte Segler. Für ihn wäre es nicht nur für Wassersportler und Tiere ein Drama, wenn der See verschwinden würde. Die gesamte Region würde laut ihm leiden. Beruflich war Ruscher bei den österreichischen Donaukraftwerken beschäftigt und schrieb sogar das Sachbuch „Donaukraftwerk Freudenau – umweltfreundliche Energie für Wien.“
Konzept zur Rettung des Neusiedler Sees
Nachdem er von der Donau seitens des Wassermanagements viel kennengelernt hat, hat er schon vor Jahren ein Konzept für den Neusiedler See mit dem Titel „Wasserbautechnische Dotation für den Neusiedler See nach Ing. Dr. Ruscher“ geschrieben und es sogar noch dem damaligen Landeshauptmann Hans Niessl vorgestellt. „Auch mit der Task Force der Landesregierung bin ich punktuell immer wieder in Kontakt“, schildert Ruscher. „Allerdings hat sich keine wirkliche Zusammenarbeit ergeben.“
Für ihn ist der Neusiedler See rettbar – wenn man verschiedene Dinge umsetzt.
Drei Punkte, die umzusetzen wären
Am schnellsten ginge das Schilfmanagement. „Nur abschneiden bringt nichts. Man muss die Wurzelknollen des Schilfes aus dem See holen. Denn darüber wird Wasser aufgesogen und über die Blätter verdunstet es. Das Schilf ist eine Verdunstungsmaschine, die verkleinert gehört“, so Ruscher. Weiters müssten laut seines Konzeptes die geklärten Abwässer der Region wieder in den See geleitet werden.
Und drittens: „In meinem Konzept wird Wasser aus den begleitenden unterirdischen Uferströmen der Donau entnommen. Es handelt sich dabei um Wasser auf Trinkwasserniveau. In meinem Konzept gibt es 30 Brunnen zwischen Hainburg und Wolfsthal. Niederösterreich und das Burgenland müssten zusammen arbeiten, um den See zu retten. Und auch die Landwirte im östlichen Niederösterreich und dem nördlichen Burgenland würden davon profitieren. Bis jetzt fließt dieses Wasser ungenützt in die Slowakei ab.“
Ein weiteres Problem: Die Schlammabsaugung. Denn 80 Prozent dessen, was man absaugt ist Wasser, nur 20 Prozent Schlammsediment. Das Wasser kommt aber nicht zurück in den See sondern verdunstet ebenfalls „Schlamm absaugen wäre erst wieder sinnvoll, wenn genug Wasser da ist“, so Ruscher.
Ruscher hat einen offenen Brief an einige Politiker – darunter Landeschef Hans Peter Doskozil geschickt. „Der Erhalt wurde bestätigt, vielleicht kommt es ja zu einem Gespräch“, so Ruscher. Denn: „Wenn der See stirbt, stirbt die Region. Und daran hängen immerhin 10.000 Arbeitsplätze“, so der Burgenland-Fan.
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