Erinnerungen an große Persönlichkeiten früherer Zeiten hält Historikerin Brigitte Krizsanits bei Führungen durch die Friedhöfe in Eisenstadt für nachkommende Generationen wach.
Tod und Trauer – unausweichlich im Leben! Im Geiste mit den geliebten Verstorbenen sind ihre Gräber zu Allerheiligen Begegnungsstätten herzbewegender Erinnerungen. Auf den Spuren der christlichen Tradition wandelt Historikerin Brigitte Krizsanits in Eisenstadt. Viele hochinteressante Rückblicke begleiten ihre Friedhofsstreifzüge. „Früher wurden die Toten in den Häusern aufgebahrt, dann mit dem Leichenzug zur letzten Ruhestätte gebracht. 1895 hat die Stadt einen Leichenwagen angekauft. Der Totengräber war angestellt, das Officiers Corps versah den Dienst als Sarg- und Fackelträger“, erklärt Krizsanits.
„Jede Familie ein Stück Geschichte“
Im ältesten Teil des Stadtfriedhofs liegen viele jener Familien begraben, die Ende des 19. Jahrhunderts zu den wohlhabenden und tonangebenden in Eisenstadt zählten. Namen wie Leinner, Job, Grüssner, Eder und Nuss sind unvergessen. „Mit jeder Familie geht ein Stück Stadtgeschichte einher, ihre Taten prägten etwa das Gesundheitswesen, die Geschicke der Industrie oder Gastronomie“, berichtet die Historikerin.
Als eines der schönsten Gräber gilt jenes von Mathias Laschober. Der Advokat stammte ursprünglich aus Bernstein, kam 1870 als Kanzleileiter eines Anwalts nach Eisenstadt und erlangte bald hohes Ansehen.
Guter Ruf für Rechtsgelehrten
„Laschober war unter anderem Initiator der Eisenstädter Sparkasse, Vorläufer der Bank Burgenland, und gemeinsam mit Paul Kiraly, der in derselben Reihe begraben liegt, treibende Kraft hinter der Errichtung einer evangelischen Gemeinde“, weiß Krizsanits. Ein guter Ruf begleitet den Rechtsgelehrten bis heute, da er als unermüdlicher Fürsprecher für den Eisenbahnanschluss Eisenstadts und die Errichtung der Straße über das Leithagebirge in die Geschichte des Landes einging.
Bislang kaum bekannt ist das „Covid-Marterl“ im Stadtfriedhof. Im Sog der Pandemie stiftete 2022 eine Einwohnerin der Bevölkerung einen Ort des Gedenkens an die Corona-Opfer. 1982 war der Urnenhain an der südlichen Friedhofsmauer in der Feldgasse errichtet worden.
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