Laut US-Außenminister Marco Rubio wächst das internationale Interesse an einer begrenzten Waffenruhe im Schwarzen Meer. Das Weiße Haus prüfe Vorschläge der Türkei und Indiens, um die Getreidelieferungen wieder in Gang zu bringen. Die Ukraine und Russland gehören zu den größten Getreidelieferanten weltweit.
Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer würden den Handel gefährden, sagte Rubio. „Dies bedroht die weltweite Ernährungs- und zum Teil auch die Energiesicherheit.“ Eine begrenzte Waffenruhe für das Gebiet löse zwar nicht den Krieg, „aber zumindest einen bestimmten Aspekt davon“.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich am Samstag mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Istanbul getroffen. Sein Land wolle Europa und möglicherweise auch die türkische Regierung in die Gespräche über ein Kriegsende einbeziehen, sagte er. Die Türkei habe angekündigt, ihre Unterstützung für den ukrainischen Energiesektor aufgrund der verstärkten russischen Angriffe auszuweiten. Anfang November sollen Gespräche zwischen Unterhändlern der Vereinigten Staaten, der Ukraine und Russlands beginnen. „Wichtige Verhandlungen werden in der Türkei stattfinden. Wir arbeiten auch daran, alle verfügbaren diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen“, sagte Selenskyj.
Selenskyj denkt über Patriot-Tauschhandel nach
Wie berichtet, hat die US-Regierung zugesagt, der Ukraine 500 Patriot-Flugabwehrraketen zu verkaufen. Selenskyj denkt nun über Möglichkeiten nach, wie die Waffen beschleunigt bekommen werden können. „Ich werde versuchen, dies mit einigen Partnern zu vereinbaren, sodass wir aus diesem Paket von 500 Raketen bei jemandem 10, 20 oder 30 (Raketen) entnehmen können, um entsprechende Garantien und Verträge zu unterzeichnen, wonach wir diese Raketen später aus dem amerikanischen Paket mit einem gewissen Prozentsatz oder vielleicht auch ohne Aufschlag zurückgeben werden“, führte er aus.
Auf diese Art könnte die Ukraine einen Teil der Raketen noch lange vor dem Eintreffen der amerikanischen Lieferung erhalten und einsetzen. Das US-Außenministerium hatte am Vortag den Verkauf von 500 Flugabwehrraketen vom Typ Patriot im Wert von knapp 2,1 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,88 Milliarden Euro) genehmigt. An den Kosten beteiligen sich Deutschland, Kanada und Norwegen. Nach Selenskyjs Angaben sollen die Lieferungen planmäßig aber erst in ein paar Jahren beginnen. Systeme vom Typ Patriot gelten als besonders wirksam bei der Abwehr ballistischer Raketen, die Russland einsetzt.
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