Lange hat’s gedauert, nun ist es endlich vollbracht: Die Bundesregierung hat die Saisonierkontingente für den Tourismus für die Jahre 2027 und 2028 festgelegt. Die Vorarlberger Landesregierung begrüßt die beschlossene Regelung ausdrücklich, die Tourismusbetriebe atmen auf.
In Vorarlberg ist der Personalmangel im Tourismus besonders ausgeprägt, umso größer war das Unverständnis, dass sich der Bund so lange Zeit mit der Festlegung der Saisonierkontingente gelassen hat. Diese legen fest, wie viele Saisonkräfte aus Drittstaaten in einem Bundesland eingestellt werden dürfen. Mit der neuen Regelung entfallen auf Vorarlberg rund 560 Plätze, zudem ist ein Überziehungsrahmen von 50 Prozent vorgesehen.
Auf zwei Jahre ausgelegt
Zwei Neuerungen im Vergleich zur alten Regelung bringen für die hiesigen Tourismusbetriebe besondere Vorteile: Zum einen entfallen die fixen Länderkontingente, soll meinen: Bleiben in einem Bundesland Plätze frei, können diese künftig unmittelbar von anderen Bundesländern genutzt werden. Und zum anderen gilt die Verordnung für zwei Jahre, von Dezember 2026 bis November 2028, wodurch der bisher jährliche Planungsaufwand entfällt. „Der Tourismus ist eine tragende Säule unserer Wirtschaft und ein wichtiger Arbeitgeber in Vorarlberg. Die nun vorliegende Regelung ist ein wichtiges Signal für unseren Standort. Erfreulich ist, dass die Kontingente gleich für zwei Jahre festgelegt werden und damit Planungssicherheit geschaffen wird“, ist Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) mit dem Ergebnis zufrieden.
Die nun vorliegende Regelung ist ein wichtiges Signal für unseren Standort.
Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP)
Hitzige Debatte im Vorfeld
Im Vorfeld hatte die Debatte über die Saisonkräfte im Ländle hohe Wellen geschlagen. Während Wirtschafts- und Tourismusvertreter eine rasche Umsetzung forderten, waren von Gewerkschaftsseite auch kritische Töne zu vernehmen: So richtete etwa der ÖGB-Landesvorsitzende Reinhard Stemmer den Tourismusbetrieben aus, dass diese für bessere Arbeitsbedingungen sorgen sollten, anstatt nur nach Arbeitskräften aus Nicht-EU-Staaten zu rufen. Zudem müsse die Beschäftigung heimischer Arbeitssuchender Priorität haben. Bei den Touristikern kam diese Schelte gar nicht gut an, sie orteten gar ein generelles „Tourismus-Bashing“.
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