Schönste Wanderrouten

Die idyllisch gelegensten Kapellen Vorarlbergs

Vorarlberg
30.10.2026 15:15

Kapellen findet man oft an besonderen Plätzen: an Aussichtspunkten, Bergflanken oder entlang ruhiger Wege. Sie bieten Raum, um innezuhalten und den Gedanken nachzugehen – eine Möglichkeit für eine kurze Auszeit während einer Wanderung.

Kapellen sind Orte der Ruhe mitten im Strom der Zeit. Mal schmiegen sie sich an steile Bergflanken, mal stehen sie an ruhigen Wegrändern. Ihre Anziehungskraft liegt in der Reduktion. Wer ihre Schwelle übertritt, lässt den Lärm der Welt mit einem Schritt hinter sich. Es sind Orte des Innehaltens – Räume, in denen Lichtschatten über Holzbänke wandern, das Wachs brennender Kerzen leise knistert und Gedanken Raum finden, die im Alltag meist untergehen. Besonders um Allerheiligen gewinnen diese Rückzugsorte Bedeutung. Das Entzünden einer kleinen Flamme im geschützten Raum ist dann wie eine Brücke zwischen den Zeiten: ein flackernder Gruß an jene, die vor uns gegangen sind, ein Dankeschön fürs Mitgehen.

Marienkapelle

Ort: Langen bei Bregenz
Ausgangspunkt: Parkplatz beim ehemaligen Gasthaus Stollen in Langen bei Bregenz
Gehzeit (hin/retour): drei bis dreieinhalb Stunden Aufstieg: rund 380 Höhenmeter

Die Marienkapelle bei Langen bei Bregenz.
Die Marienkapelle bei Langen bei Bregenz.(Bild: Rubina Bergauer)

Eine kleine Kapelle hoch über Langen
Hoch über Langen bei Bregenz, am Hirschberg (1095 Meter), steht ein solcher Sakralbau, dessen Geschichte bis ins frühe 15. Jahrhundert zurückreicht. Der Überlieferung zufolge errichtete ein Einsiedler namens Sylvanus im Jahr 1401 an dieser Stelle zunächst eine Johanneskapelle. Wenige Jahre später entstand auf dem Berg auch ein Dominikanerinnenkloster mit Kirche. Nachdem die Anlage wiederholt durch Blitzschläge zerstört worden war, übersiedelten die Ordensfrauen schließlich nach Kennelbach. Die Kapelle blieb dem Ort jedoch erhalten. Auch sie ist im Laufe der Zeit mehrfach durch Brände beschädigt worden, ehe 1838 der heutige Bau errichtet wurde.

Der kleine Wanderparkplatz gegenüber dem ehemaligen Gasthaus Stollen in Langen bei Bregenz ist Ausgangspunkt für die Tour zur Marienkapelle am Hirschberg. Von dort folgt man zunächst der Beschilderung in Richtung Hirschberg und wandert einige Hundert Meter auf einer schmalen Straße bergauf. Beim ersten Bauernhof zweigt der Weg links in Richtung Ahornach und Hirschberg ab. Über die Bergwiesen und durch bewaldete Abschnitte geht es weiter hinauf zur Hirschbergalpe und zur Kapelle, die knapp unterhalb des Gipfels steht. Wer noch ein Stück weiterwandert, erreicht das Gipfelkreuz auf rund 1095 Metern Seehöhe und wird mit einem weiten Blick über den Vorderen Bregenzerwald und das Allgäu belohnt.

Kapelle Mariä Heimsuchung

Ort: Hittisau
Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Lecknertal (gebührenpflichtig)
Gehzeit für den Rundweg: rund zwei Stunden Aufstieg: circa 270 Höhenmeter

Die Kapelle Mariä Heimsuchung.
Die Kapelle Mariä Heimsuchung.(Bild: Rubina Bergauer)

Kapelle zu Ehren von Maria und Elisabeth
Im schönen Lecknertal im Gemeindegebiet von Hittisau steht die Kapelle Mariä Heimsuchung (Anm.: Der Begriff Heimsuchung meint den Besuch Marias bei ihrer Base Elisabeth). Das heutige Erscheinungsbild erhielt das Gebäude 1936. Das Altarbild des Egger Kunstmalers Alois Waldner zeigt die Begegnung Marias mit ihrer Verwandten Elisabeth – diese biblische Szene ist jedoch in die umgebenen heimische Bergwelt gesetzt. Bemerkenswert sind zudem die zahlreichen Sterbebildchen. Diese erinnern an Menschen, die dem Lecknertal verbunden waren. Die Kapelle lässt sich im Rahmen einer Rundwanderung um den Lecknersee besuchen. Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz im Lecknertal. Von dort führt der Weg durch die Berglandschaft und vorbei an der Kapelle. Anschließend geht es über die Neuschwandalpe und die Helmingenalpe zur Äuelealpe und über die Koppachalpen zurück zum Ausgangspunkt.

Johanneskapelle

Ort: Bartholomäberg
Ausgangspunkt: Parkplatz/Bushaltestelle Pfarrkirche Bartholomäberg
Gehzeit (hin/retour): zweieinhalb bis drei Stunden je nach Variante Aufstieg: rund 420 Höhenmeter
Info: diese Tour ist auch mit dem E-Bike möglich

Die Johanneskapelle in Bartholomäberg.
Die Johanneskapelle in Bartholomäberg.(Bild: Rubina Bergauer)

Ein Ausdruck von großer Dankbarkeit
Dass Kapellen nicht nur Orte des Gebets, sondern auch Ausdruck von Dankbarkeit sein können, zeigt sich in Bartholomäberg im Montafon. Auf rund 1490 Metern Seehöhe steht dort die dem heiligen Johannes geweihte Flur- und Wegkapelle direkt am Aussichtspunkt Rellseck. Die Entstehung des Gebäudes geht auf eine Initiative des aus Bartholomäberg stammenden Pfarrers Martin Zudrell zurück. Im Sommer 1948 wurde der Bau beschlossen, zahlreiche Familien unterstützten das Vorhaben mit Spenden. Am 18. Juni 1950 konnte die Kapelle schließlich unter großer Beteiligung der Bevölkerung geweiht werden. Ihr Bau stand im Zeichen der Dankbarkeit für die Heimkehr aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Aussichtspunkt Rellseck lässt sich von der Ortschaft Bartholomäberg erwandern. Von dort führt die Route über „Linda“ hinauf zur Kapelle, die inmitten der Berglandschaft einen weiten Blick auf das Montafon eröffnet. Wer eine längere Tour plant, kann die Wanderung etwa zum Fritzensee erweitern.

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