Seit Jahresbeginn starben neun Menschen bei Verkehrsunfällen in Vorarlberg. Die größten Opfergruppen sind Autoinsassen und Radfahrer. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert Maßnahmen wie niedrigere Tempolimits und bessere Radwege, um die Zahl der schweren Unfälle weiter zu senken.
Neun Menschen haben heuer auf den Vorarlbergs Straßen ihr Leben gelassen. Im gesamten Vorjahr wurden 14 Verkehrstote gezählt, der historische Tiefstwert mit sieben Unfalltoten ist 2024 verzeichnet worden. Österreichweit verunglückten heuer bisher 304 Menschen tödlich. Vorarlberg liegt mit neun Toten an zweiter Stelle hinter Wien, das acht Tote verzeichnet. Die meisten Opfer gab es in Niederösterreich mit 91. Seit dem Jahr 2000 starben insgesamt 538 Menschen im Vorarlberger Straßenverkehr – das sind mehr Menschen, als die Gemeinde Schnepfau Einwohner hat.
Plötzlich aus dem Leben gerissen
Auch wenn die Straßen tendenziell immer sicherer werden, so ist doch jeder Verkehrstote einer zu viel. „Verkehrsunfälle reißen Menschen plötzlich aus dem Leben. Für Angehörige ist der Unfalltod ein traumatischer Einschnitt. Ein Mensch, mit dem man gestern noch geredet und gelacht hat, ist plötzlich nicht mehr da“, gibt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk zu bedenken.
Verkehrsunfälle reißen Menschen plötzlich aus dem Leben. Für Angehörige ist der Unfalltod ein traumatischer Einschnitt.
Klara Maria Schenk, VCÖ
Tempolimits als Lösung
Dabei wären viele Unfälle vermeidbar, wenn man das Tempo drosseln würde. Insbesondere auf Freilandstraßen wäre eine Reduktion von 100 auf 80 km/h wünschenswert, heißt es seitens des VCÖ. Die Rechnung ist einfach und nachvollziehbar: Bei Tempo 80 beträgt der Anhalteweg eines Pkw 51 Meter. Bei Tempo 100 steht das Fahrzeug erst nach 74 Metern und hat nach 51 Metern noch ein Tempo von 66 km/h. Auch für die Ortsgebiete fordert die Mobilitätsorganisation mehr Tempo-30-Zonen, solche müssten speziell rund um Schulen, Seniorenheime und in Wohngebieten eingerichtet werden. Zusätzliche Sicherheit würden auch baulich von der Straße getrennte Radwege sowie eine Ausweitung des Parkverbotes vor Zebrastreifen von derzeit fünf auf zehn Meter bringen.
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