Rund 30 Agrargemeinschaften in Vorarlberg haben sich zu einem eigenen Fachverband zusammengeschlossen. Die neue Interessenvertretung wird in die Landwirtschaftskammer integriert und soll künftig 6800 Mitglieder gegenüber Politik und Verwaltung vertreten.
Nach ersten Vereinbarungen im Frühjahr wurde die Organisation Ende Oktober in Nenzing offiziell gegründet. Zum Obmann wählte der Ausschuss Johannes Maier von der Agrargemeinschaft Nenzing, sein Stellvertreter ist Achim Dünser (Agrargemeinschaft Stallehr). Grund für den Zusammenschluss sind veränderte Rahmenbedingungen in der Forstwirt- und Alpwirtschaft. Zunehmende Vorgaben im Naturschutz sowie neue rechtliche Bestimmungen stellen die Gemeinschaften vor organisatorische Aufgaben. „Neue Verordnungen und gesetzliche Regelungen betreffen uns alle – unabhängig von der Größe und den Ressourcen der einzelnen Agrargemeinschaften“, begründet Verbandsobmann Johannes Maier den Schritt. Mit dem Verband wolle man den Austausch untereinander verbessern und mit einer Stimme gegenüber Politik und Behörden auftreten.
Auch Kammerpräsident Josef Moosbrugger sieht in der Bündelung eine Vereinfachung für die Vertretung des ländlichen Raums. Neben der politischen Arbeit plant der Verband, die eigene Funktion in der Öffentlichkeit bekannter zu machen.
Viele Aufgaben für Gemeinwohl
Die rund 30 aus Gemeindegut entstandenen Agrargemeinschaften bewirtschaften zusammen etwa 145 Quadratkilometer Wald. Das entspricht rund 16 Prozent der gesamten Waldfläche Vorarlbergs, mit Schwerpunkt in den Bezirken Feldkirch und Bludenz. Jährlich ernten die Betriebe rund 57.000 Festmeter Holz und betreuen ein Netz von 670 Kilometern Forst- und Güterwegen. Viele der Aufgaben werden ehrenamtlich ausgeführt. „Obwohl wir so viele Mitglieder haben und wichtige Aufgaben für das Gemeinwohl übernehmen, wissen viele Menschen kaum, was Agrargemeinschaften eigentlich tun“, erläutert Vorstandsmitglied Friedrich Morscher. Das solle sich durch gezieltere Öffentlichkeitsarbeit künftig ändern.
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